Drei Nasen im Zugersee gefangen – Fisch galt dort als ausgestorben
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Höfner Volksblatt  
4. November 2026

Drei Nasen im Zugersee gefangen – Fisch galt dort als ausgestorben

Ein Fischer hat im Zugersee eine seltene Fischart wiederentdeckt. Innerhalb von nur 20 Minuten gingen ihm Anfang Oktober drei Nasen ins Netz.

Die Fischart galt im Zugersee seit Jahrzehnten als ausgestorben, wie das Zuger Amt für Wald und Wild am Mittwoch mitteilte.

Der Fischer wollte im Gebiet Räbmatt eigentlich Felchen fangen. Die drei Nasen setzte er nach dem Fang wieder frei. Anschliessend meldete er die ungewöhnlichen Fänge mit Fotos den Behörden.

Die Nase war früher im Zugersee heimisch. Bei mehreren Untersuchungen zwischen 1999 und 2013 fanden Fachleute jedoch keine Exemplare mehr. Deshalb gingen sie davon aus, dass die Fischart im See ausgestorben sei.

Die Nase (Chondrostoma nasus) gilt in der Schweiz als vom Aussterben bedroht. Auf der nationalen Roten Liste gehört sie damit zu den am stärksten gefährdeten einheimischen Fischarten.

Herkunft der Fische noch unklar

Der aktuelle Fund lässt nun offen, ob die Nase unbemerkt überlebt hat oder neu in den See eingewandert ist. Im Kanton Zug gibt es einen bekannten Bestand in der Unteren Lorze zwischen der Reuss und dem Kraftwerk Hagendorn. Eine Einwanderung aus der Reuss in den Zugersee gilt wegen unüberwindbarer Hindernisse weiter flussaufwärts allerdings als wenig wahrscheinlich.

Das Zuger Amt für Wald und Wild will nun gemeinsam mit Fachleuten untersuchen, ob im See ein bislang unentdeckter Bestand lebt und ob sich die Tiere dort fortpflanzen. Dass gleich drei Exemplare innert 20 Minuten am selben Ort angebissen hätten, stimme optimistisch, erklärte Beda Schlumpf, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd, in der Mitteilung.

Das Amt ruft Fischerinnen und Fischer dazu auf, weitere Fänge zu melden. Auch Beobachtungen aus früheren Jahren seien willkommen.

Auch andernorts erholen sich die Bestände

Auch andernorts in der Schweiz gibt es Anzeichen für eine Erholung der Nasenbestände. In der Saane bei Freiburg beobachtete ein Unterwasserfotograf Ende September rund 50 Exemplare. Es war die bedeutendste Beobachtung in diesem Fluss seit 25 Jahren.

Im St. Galler Rheintal entdeckte ein Fischer im April 2024 in der Simmi bei Gams mehr als 100 Nasen beim Laichen. Im Raum Basel wurden 2025 zudem rund 800 Laichtiere in der Birs und etwa 1350 in der Wiese gezählt. Die Kantone führen die Entwicklung unter anderem auf Revitalisierungen, neue Kiesflächen und die Beseitigung von Wanderhindernissen zurück.