Regierungs-Krimi in Schweden: Noch-Regierungschef soll sondieren
Mehr als sieben Wochen nach der Parlamentswahl soll Schwedens geschäftsführender Ministerpräsident Ulf Kristersson versuchen, eine neue Regierung zu bilden.
Zuvor hatte das schwedische Parlament am Dienstag wie erwartet in einer Abstimmung gegen die Vorsitzende der Zentrumspartei, Elisabeth Thand Ringqvist, als neue Regierungschefin votiert.
Ringqvist hatte Sondierungsgespräche mit dem Ziel einer breiten Regierung der politischen Mitte vergangene Woche aufgegeben. Vor ihr hatte die Sozialdemokratin Magdalena Andersson bereits vergeblich versucht, eine Mitte-Links-Regierung zu bilden.
Eine Woche Zeit für neue Sondierungen
Parlamentspräsident Anders Norlén hatte vergangene Woche angekündigt, der Sondierungsauftrag gehe an Kristersson, sollte Ringqvist scheitern. Kristersson habe dann für seine Sondierungen eine Woche Zeit, bevor er Norlén Bericht erstatten müsse.
Der Konservative hat bisher mit einer Drei-Parteien-Regierung mit Unterstützung der Rechtspopulisten regiert. Das Bündnis erreichte bei der Parlamentswahl im September aber keine Mehrheit mehr.
Stattdessen errangen die bisherigen vier Oppositionsparteien – neben den Sozialdemokraten die Linken, Grünen und die liberale Zentrumspartei – einen knappen Sieg.
Eine Regierungszusammenarbeit gestaltet sich aber schwierig: Die Zentrumspartei lehnt eine Koalition ab, an der die Linke beteiligt ist – diese wiederum will unbedingt Teil einer Regierung sein.
