Aussichten am Schweizer Arbeitsmarkt trüben sich leicht ein
In der Schweiz haben sich die Aussichten für die Beschäftigung zuletzt leicht eingetrübt. Das zeigt der vierteljährlich erhobene Beschäftigungsindikator des KOF Instituts der ETH Zürich.
Im vierten Quartal 2026 liegt der KOF-Beschäftigungsindikator laut Mitteilung vom Montag bei 2,0 Punkten und damit leicht unter den 2,3 Punkten des Vorquartals. Damit rechnen allerdings weiterhin mehr Unternehmen mit einem Stellenaufbau als mit einem Stellenabbau. Für die Erhebung wurden im Oktober rund 4500 Unternehmen befragt.
Der Indikator setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum einen beurteilen die Unternehmen, ob sie derzeit zu viele oder zu wenige Mitarbeitende beschäftigen. Zum anderen geben sie an, ob sie in den kommenden drei Monaten Personal einstellen oder abbauen wollen. Mit 2,0 Punkten liegt der Gesamtindikator weiterhin über seinem langjährigen Mittelwert von 1,7 Punkten und deutet laut KOF auf eine solide Beschäftigungsentwicklung in den kommenden Monaten hin.
Einstellungspläne bleiben stabil
Der leichte Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen ihren aktuellen Personalbestand weniger positiv beurteilen. Der entsprechende Teilindikator sank auf 0,8 von zuvor 1,3 Punkten. Weiterhin halten aber mehr Unternehmen ihren Personalbestand für zu klein als für zu gross.
Die Erwartungen für die kommenden drei Monate blieben dagegen nahezu unverändert. Der entsprechende Wert ging lediglich auf 3,2 von 3,3 Punkten zurück.
Detailhandel erholt sich – Gastgewerbe schwächer
In den einzelnen Branchen zeigt sich derweil ein gemischtes Bild. Im Baugewerbe rechnet weiterhin eine klare Mehrheit der Unternehmen mit einem Stellenaufbau. Im Gastgewerbe und im Detailhandel überwiegen dagegen die Unternehmen, die einen Stellenabbau erwarten.
Eine wichtige Stütze für die Beschäftigung bleiben die sogenannten übrigen Dienstleistungen, die auf dem Schweizer Arbeitsmarkt stark ins Gewicht fallen. Ihr Indikator liegt mit 4,4 Punkten weiterhin deutlich im positiven Bereich. Allerdings hat sich die Stimmung in diesen Branchen zuletzt kontinuierlich eingetrübt. Ende 2025 hatte der Wert noch 9,6 Punkte betragen. Mittlerweile liegt er so tief wie zuletzt Anfang 2021.
Im Grosshandel und im Verarbeitenden Gewerbe setzte sich dagegen die Erholung fort. Beide Branchen hatten Ende 2025 noch deutlich negative Werte ausgewiesen. Im Grosshandel liegt der Indikator inzwischen bei -1,0 Punkten, im Verarbeitenden Gewerbe bei -3,4 Punkten. Damit bleiben die Beschäftigungsaussichten in beiden Branchen trotz der Verbesserung negativ.
