Sudan-Krieg: Kein Durchbruch bei Friedenssuche in Genf
Dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Kämpfe im Sudan haben Vermittler und Vereinte Nationen einen neuen Anlauf für eine Friedenslösung genommen. Die rund 80 Vertreter von Regierungen und Organisationen wollten bei einem Koordinierungstreffen in Genf die Friedensbemühungen vorantreiben.
„Wir müssen zum Wohl des sudanesischen Volkes zusammenarbeiten“, sagte der Schweizer Diplomat Tim Enderlin zum Abschluss. Der persönliche Gesandte des UN-Generalsekretärs für den Sudan, Pekka Haavisto, berichtete, dass erstmals auch die Umweltzerstörung durch den Konflikt zur Sprache gekommen sei. Neue Initiativen oder Entscheidung verkündeten die beiden nicht. Es gehe darum, zwischen den Konfliktparteien vertrauensbildende Massnahmen zu vermitteln, etwa den Austausch von Kriegsgefangenen.
Konfliktparteien nicht dabei
Vertreten waren bei dem Treffen unter anderem die USA, China, Deutschland, Ägypten, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), nicht aber die Konfliktparteien, also die Regierung und die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF). Die UAE gelten als ihr Waffenlieferant.
Regierung und Miliz kämpfen seit April 2023 um die Vorherrschaft im Sudan und wirtschaftliche Interessen. Zehntausende Menschen wurden getötet, mehr als 14 Millionen vertrieben.
Während viel Geld für Waffen ausgegeben wird, hungern die Menschen und haben keine ausreichende medizinische Versorgung. Die Vereinten Nationen sprechen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.
Verheerende Drohnenangriffe
Der Einsatz von Drohnen hat das Kriegsgeschehen in diesem Jahr dramatisch verändert. Dadurch seien in den ersten sechs Monaten des Jahres schon mehr als 1.100 Menschen umgekommen, berichtet das UN-Menschenrechtsbüro.
Erst Anfang der Woche wurde ein belebter Markt an der Grenze zum Südsudan angegriffen, ebenso Gebiete in der Hauptstadt Khartum in der Nähe des Flughafens. Auf dem Markt sollen nach Medienberichten Dutzende Menschen umgekommen sein.
Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig für Angriffe.
