Tamedia-Angestellte protestieren in Zürich gegen Entlassungen
Diverses
Höfner Volksblatt  
20. Oktober 2026

Tamedia-Angestellte protestieren in Zürich gegen Entlassungen

In Zürich haben sich am Dienstagmittag über zahlreiche Tamedia-Angestellte zu einer Kundgebung gegen geplante Entlassungen versammelt. Auch der Zürcher Stadtpräsident zeigte sich besorgt.

Vor dem Hauptgebäude des Tamedia-Verlags an der Zürcher Werdstrasse forderten die Medienschaffenden einen sofortigen Kündigungsstopp. Nach Angaben der Tamedia-Redaktionen, die zur Kundgebung aufriefen, waren insgesamt über 400 Tamedia-Angestellte, andere Medienschaffende sowie Leserinnen und Leser anwesend. Unterstützt wurden die Protestierenden auch vom Zürcher Stadtpräsidenten Raphael Golta (SP). In seiner Ansprache bezeichnete er sich als „Tagi-Kind“, das auch heute noch jeden Morgen in dieser Zeitung lese, was in der Welt passiert.

Golta, der früher ebenfalls als Journalist arbeitete, betonte, er wolle weiterhin von lokalen Medienschaffenden produzierte Texte lesen und nicht solche von KI-Agenten.

Kritik an der Geschäftsleitung

Die Redaktionen werfen der Geschäftsleitung vor, die Folgen von Fehlentscheiden und nicht funktionierenden Strategien stets auf das Personal abzuwälzen. „Wo sollen denn überhaupt noch Entlassungen gemacht werden?“, fragte eine Rednerin angesichts immer knapper werdenden Ressourcen. Auf Schildern wurde zudem klar „Journalismus statt KI“ gefordert.

Mitarbeitende der Tamedia-Redaktionen in der Romandie solidarisierten sich am Dienstag in einem Schreiben mit ihren Kollegen und Kolleginnen in Zürich. Einzelne von ihnen waren an der Kundgebung in Zürich anwesend.

Das Verlagshaus Tamedia hatte vor rund zwei Wochen den Abbau von 34 Vollzeitstellen in den News-Redaktionen der Deutsch- und Westschweiz angekündigt. Insgesamt verlieren 41 Mitarbeitende ihre Stelle. Das Personal verlangt von der Unternehmensführung nun ein Konsultationsverfahren auch in der Deutschschweiz und nicht nur in der Romandie, die Berücksichtigung freiwilliger Abgänge sowie Investitionen in menschengemachten Journalismus.