Israels Armee erhöht vor Parlamentswahl Alarmbereitschaft
Politik
Höfner Volksblatt  
19. Oktober 2026

Israels Armee erhöht vor Parlamentswahl Alarmbereitschaft

Aus Sorge vor einer Zuspitzung der Sicherheitslage rund um die Parlamentswahl am 27. Oktober hat Israels Armee ihre Alarmbereitschaft erhöht.

Von Donnerstag an dürfen Soldaten unter anderem ihre Einheiten nicht mehr verlassen, wie das Militär mitteilte. Zudem sollen zusätzliche Truppen ins besetzte Westjordanland verlegt werden. Ziel sei es, sicherzustellen, dass die Wahl wie geplant und unter sicheren Bedingungen stattfinden könne.

Generalstabschef Ejal Zamir habe dazu mit ranghohen Militärvertretern eine Lagebesprechung über die Sicherheitslage an den verschiedenen Fronten abgehalten, teilte die Armee weiter mit.

Sorge vor Gewalt überschattet Wahlvorbereitungen

Dem israelischen Fernsehsender N12 zufolge steht hinter den Massnahmen die Sorge vor Anschlägen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“ erfolgt die Verstärkung der Truppen im Westjordanland auch vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe radikaler israelischer Siedler.

Bereits vergangene Woche hatte Zamir bei einem Besuch des Zentralkommandos angesichts zahlreicher Warnmeldungen an verschiedenen Fronten vor einer erhöhten Eskalationsgefahr gewarnt. Die rechtsgerichtete Zeitung „Makor Rischon“ berichtete zuletzt, die grösste Sorge gelte möglichen aussergewöhnlichen Angriffen der islamistischen Terrororganisation Hamas auf israelische Soldaten im Gazastreifen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu richtete unterdessen bei einem Besuch auf einem Luftwaffenstützpunkt eine deutliche Warnung an Israels Gegner: „Wir sind bereit, entschlossen und in der Lage, unsere Feinde anzugreifen, sobald dies erforderlich ist.“ Er fügte hinzu: „Stellt uns nicht auf die Probe. Ihr werdet härtere Schläge erleiden als je zuvor.“