US-Kreise: Trumps Sprecherin Zacharia gibt Posten auf
Politik
Höfner Volksblatt  
16. Oktober 2026

US-Kreise: Trumps Sprecherin Zacharia gibt Posten auf

Die gerade erst angetretene neue Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump, Katie Zacharia, gibt ihr Amt US-Kreisen zufolge auf. Sie werde den Posten räumen, bestätigte ein hochrangiger Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur, ohne nähere zeitliche Angaben dafür zu nennen. Zacharia hatte den Job erst am Montag angetreten. Wer auf sie folgen soll, war zunächst unklar.

Trump selbst hatte es vor Reportern kurz zuvor so dargestellt, als hätte er Zacharia nahegelegt, über einen Rücktritt nachzudenken. „Ich habe zu ihr gesagt: Ganz ehrlich, wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen. Denk darüber nach, aber ich würde es mir noch einmal überlegen“, erzählte er Reportern vor dem Weissen Haus. Ob Zacharia im Amt bleibe, wolle er ihr selbst überlassen. Mehrere US-Medien berichteten dagegen, dass er sie gefeuert habe.

Der US-Präsident hatte vor der Presse Zweifel daran geäussert, ob sie für die Aufgabe geeignet sei. „Vielleicht ist das nichts für sie“, räumte er ein. Zacharia sei von den Medien sehr schlecht und unfair behandelt worden. Er wolle lediglich, dass sie glücklich sei und sie habe in den vergangenen Tagen sehr gelitten. Er werde ihre Entscheidung unterstützen und wolle bald erneut mit ihr sprechen.

Holpriger Start, bereits vor der ersten Pressekonferenz

Zacharia war Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die das Amt Ende August verlassen hatte. Trump hatte die Personalie erst am Sonntag öffentlich gemacht. Am Montag, der in den USA der Feiertag Columbus Day war, trat sie den Job an. Am Dienstag gab sie ihre erste Pressekonferenz. Von ihrem ersten Auftritt vor der Presse blieben dann vor allem Versprecher und ein ungewöhnlich schnelles Ende nach nur wenigen Fragen in Erinnerung.

Bei der Ankündigung war Trump noch voll des Lobs für Zacharia: „Ich bin zuversichtlich, dass Katie als neue Pressesprecherin des Weissen Hauses starke Ergebnisse für unser Land erzielen wird“, schrieb er.

Die Personalentscheidung kam anscheinend überraschend, wie Zacharia selbst im Interview des rechtskonservativen Senders Real America’s Voice schilderte: So habe Trump sie angerufen, worauf sie am Donnerstag losgeflogen sei, um ihn am Freitag zu treffen. Noch am gleichen Tag habe sie das Jobangebot angenommen, sagte sie weiter. Samstag sei sie dann zurück nach Kalifornien geflogen, um ihre Koffer zu packen und am Sonntag zurück in die US-Hauptstadt zu fliegen. „Er bat mich, am Montag im Büro zu sein, und ich erschien am Montag“, sagte sie.

Berufliche Qualifikationen wurden infrage gestellt

Ihre beruflichen Qualifikationen hatten eine Debatte ausgelöst und sie selbst massiv unter Druck gebracht. Im Zentrum stand dabei, dass Zacharia sich bei Fernsehauftritten und in sozialen Medien wiederholt als Anwältin („lawyer“) bezeichnete.

Die Absolventin einer US-Jurafakultät hatte die Anwaltsprüfung in Kalifornien 2011 nicht bestanden. Zacharia hatte erklärt, ihr sei gesagt worden, sie dürfe sich trotzdem „lawyer“ nennen, aber nicht „attorney“. Während „attorney“ definitiv eine Anwaltszulassung voraussetzt, wird „lawyer“ im US-Sprachgebrauch teils auch für Juraabsolventen verwendet, kann aber unter Umständen auch rechtlich problematisch sein. Trump selbst hatte sie bei ihrer Ernennung als „attorney“ vorgestellt.

Vor ihren Job als Pressesprecherin des Weissen Hauses arbeitete sie nach Angaben ihres LinkedIn-Profils als Kommunikationsberaterin für die Trump Media & Technology Group, zu der auch die Plattform Truth Social gehört. Zuvor war sie für kurze Zeit stellvertretende Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums. Zudem trat sie als Kommentatorin bei Trumps Haussender Fox News und dem ultrakonservativen US-Senders Newsmax auf.