Huthi-Miliz fordert Aufgabe belagerter Stadt Tais im Jemen
Die Huthi-Miliz im Jemen hat die Streitkräfte der international anerkannten Regierung dazu aufgefordert, den Widerstand gegen die Einnahme der Stadt Tais aufzugeben.
Die Verteidiger sollten ihre Waffen abgeben, um einen Häuserkampf zu vermeiden, so die Forderung laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Die schiitischen Rebellen zogen den Belagerungsring um die Grossstadt mit mehreren Hunderttausend Einwohnern in den vergangenen Wochen immer enger. Nachdem die Huthi die letzte Zufahrtsstrasse aus dem Westen abgeschnitten haben, droht den Menschen in Tais eine humanitäre Katastrophe.
Tais scheint nächstes Ziel des Huthi-Vorstosses zu sein
Tais ist nach Sanaa und Aden die drittgrösste Stadt des Landes und war im seit zehn Jahren laufenden Bürgerkrieg immer wieder umkämpft. In den vergangenen Monaten gelang den Huthi nach längerem Stillstand ein erheblicher Vorstoss an der Küste des Roten Meeres und teilweise ins Hinterland. Die Miliz erlangte damit Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab und hindert seitdem Schiffe aus Saudi-Arabien an der Durchfahrt.
Tais scheint nun das nächste Ziel der mit dem Iran verbündeten Miliz zu sein. Allerdings haben die Rebellen kaum Unterstützer in der Stadt. Erwartet wird daher, dass die Huthi mit heftiger Gegenwehr zu rechnen haben, sollten sie versuchen, die Stadt mit Gewalt einzunehmen.
Das Welternährungsprogramm (WFP) teilte mit, rund 800.000 Menschen im Land könnten aufgrund der Kämpfe nicht mehr versorgt werden, darunter 600.000 in Tais, die auf Hilfe angewiesen seien.
