US-Regierung schliesst Microsoft aus Visa-Programm aus
Politik
Höfner Volksblatt  
8. Oktober 2026

US-Regierung schliesst Microsoft aus Visa-Programm aus

Die US-Regierung schliesst den Software-Riesen Microsoft vom Visa-Verfahren aus, das qualifizierten ausländischen Fachkräften die Einwanderung in die USA ermöglicht. Der Grund: Die Regierung von Präsident Donald Trump wirft Microsoft Missbrauch des Verfahrens vor.

Im vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6000 US-amerikanische Beschäftigte entlassen und zugleich von 6300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte Vizepräsident J. D. Vance vor den Medien in Washington.

Nach mehrfacher Verlängerung der H-1B-Visa können Unternehmen für Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in US-amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella hielt einst in den 1990er Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google-Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump kritisiert das System jedoch schon seit langem, da es US-amerikanische Arbeitnehmer benachteilige, die durch Ausländer ersetzt würden. Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen Fällen nicht genug Spezialisten gebe.

Auch andere Firmen betroffen

Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, sagte Vance. Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling. Genauso gehe die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie den Photoshop-Entwickler Adobe vor.

Von den betroffenen Unternehmen gab es zunächst keine Reaktion auf das Vorgehen der Regierung. Die Trump-Regierung hatte bereits versucht, die Vergabe von H-1B-Visa zu erschweren.

Wenige Wochen bis zur Parlamentswahl

In den USA steht Anfang November die wichtige Parlamentswahl der Midterms an, bei der das gesamte Abgeordnetenhaus sowie rund ein Drittel des Senats zur Wahl stehen.

Wenn Trumps Republikaner ihre aktuelle Mehrheit auch nur in einer Kongress-Kammer verlieren, wird es für den Präsidenten schwieriger werden, seine Agenda umzusetzen. Umfrage zeigen eine grosse Unzufriedenheit mit Trumps Politik und gute Chancen für ein starkes Abschneiden der oppositionellen Demokratischen Partei.