Vor 20 Jahren ermordet: Gedenken an Anna Politkowskaja
Diverses
Höfner Volksblatt  
7. Oktober 2026

Vor 20 Jahren ermordet: Gedenken an Anna Politkowskaja

Vor 20 Jahren wurde die kremlkritische Journalistin Anna Politkowskaja in Moskau ermordet – anlässlich des Gedenktags haben Politiker und Bürgerrechtler Freiheit für die Presse in Russland gefordert.

Politkowskaja sei ermordet worden, weil sie gegen die Staatsmacht in Wladimir Putins Russland die Wahrheit gesagt habe, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. „Sie bleibt ein Symbol für Mut, für furchtlosen Journalismus und für die Kraft der Wahrheit angesichts von Unterdrückung“, schrieb sie auf der Plattform X.

An Politkowskajas früherem Wohnhaus in Moskau versuchten Menschen, Blumen niederzulegen, wurden aber von der Polizei daran gehindert, wie das unabhängige Portal „Sotavison“ berichtete. Im Lift des Hauses war die Reporterin der Zeitung „Nowaja Gaseta“ am 7. Oktober 2006 erschossen worden. Sie war 48 Jahre alt. Die Tat fiel mit dem 54. Geburtstag von Putin zusammen.

Berichte über Krieg in Tschetschenien

Politkowskaja berichtete viel über Gräueltaten im Krieg der russischen Armee gegen die abtrünnige Region Tschetschenien im Nordkaukasus. Sie machte sich damit mächtige Feinde in Moskau wie in der tschetschenischen Führung. Fünf Männer aus Tschetschenien sowie ein russischer Polizist wurden wegen der Tat verurteilt. Allerdings gehen russische Bürgerrechtler bis heute davon aus, dass die wahren Hintermänner nicht gefasst wurden.

Der im Exil lebende russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa erinnerte auf X an einen Ausspruch Politkowskajas: „Putin, der zufällig eine ungeheure Macht in die Hand bekommen hat, hat sie mit katastrophalen Folgen für Russland gebraucht“, hatte sie gesagt.

Medienfreiheit wegen Ukraine-Kriegs unter Druck

Mehr als 30 Länder in einer Koalition für Medienfreiheit (Media Freedom Coalition/MFC) forderten, Moskau müsse die Verantwortlichen für den Mord zur Rechenschaft ziehen. „In den letzten zwei Jahrzehnten haben russische Behörden die Medienfreiheit und den unabhängigen Journalismus systematisch ausgehöhlt“, hiess es in einer Mitteilung. „Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 haben sich Repressionen dramatisch verschärft.“ Die Stellungnahme wurde unter anderem von Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Japan und Australien unterzeichnet.