Maskierte wollen Migranten nach Lettland einschleusen
In Lettland haben nach Angaben der Behörden drei maskierte, aggressive und bewaffnete Personen versucht, Migranten aus Belarus in das baltische EU- und Nato-Land zu schleusen.
Demnach sollen sie eine Gruppe von mindestens 20 Migranten in Richtung Lettland gedrängt und getrieben haben, um illegal die Grenze zu überqueren. Der illegale Grenzübertrittversuch sei von lettischen Soldaten unterbunden worden, teilte die Armee in Riga mit. Anders als in früheren Fällen sei die Provokation diesmal besonders demonstrativ und aggressiv gewesen. Auch seien wenige Stunden nach diesem Vorfall maskierte Personen auf lettisches Gebiet eingedrungen, hätten Stromverteilerkasten beschädigt und Überwachungskameras gestohlen. Die unbekannten Täter seien nach Belarus zurückgekehrt, bevor eine Einheit des lettischen Grenzschutzes habe eintreffen können. Dies teilte Innenminister Janis Dombrava mit.
Nach Angaben von Grenzschutz-Chef Guntis Pujats wurden zwei Kameras gestohlen. Er vermutete, dass es sich bei den maskierten Personen nicht um Angehörige der belarussischen Dienste handele, sondern um Mitglieder der Organisierten Kriminalität, die das Wohlwollen der Behörden in Minsk ausgenutzt hätten.
Lettland hat – wie auch Litauen und Polen – das autoritär regierte Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze zu bringen. Insgesamt wurden nach Angaben des Grenzschutzes in diesem Jahr bereits fast 12.000 Personen am illegalen Grenzübertritt gehindert.
Zur Eindämmung der Zahl an irregulären Grenzgängern startete Lettland zuletzt auch die „Operation Werwolf“ zur Sicherung seiner Ostgrenze. Dabei arbeiten etwa Grenzschutz, Staatspolizei, Streitkräfte und Geheimdienste enger zusammen. Auch kommen im Grenzgebiet verstärkt Radarsysteme und Drohnen zum Einsatz, um illegale Grenzübertritte festzustellen. Die Operation wurde von der Regierung in Riga bis zum Jahresende verlängert.
