Chinesischer Paketdienst Speedaf greift Schweizer Zusteller an
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Höfner Volksblatt  
11. September 2026

Chinesischer Paketdienst Speedaf greift Schweizer Zusteller an

Im Schweizer Paketmarkt zeichnet sich ein neuer Konkurrenzkampf ab. Der chinesische Logistikdienstleister Speedaf baut hierzulande ein eigenes Paketnetz auf und könnte damit die etablierten Anbieter Post, Planzer, DPD und DHL gehörig unter Druck setzen.

Speedaf ist auf grenzüberschreitende Logistik spezialisiert und in mehr als 30 Ländern in Afrika, Südasien und dem Nahen Osten aktiv. Das Unternehmen befördert unter anderem Pakete der chinesischen Onlineplattformen Shein, Temu und Aliexpress.

In der Schweiz sind ein Sortierzentrum für bis zu 50’000 Sendungen täglich sowie regionale Verteilzentren in Zürich, Bern und Lausanne geplant, wie Recherchen der Nachrichtenagentur AWP zeigen. Der erst im April gegründete Schweizer Ableger ist bereits operativ tätig, wie ein Personalvertreter auf Anfrage sagte. Es werde schon eine beträchtliche Menge befördert, konkrete Zahlen nannte er nicht.

Für die Auslieferung will Speedaf ein Netz lokaler Paketdienste, Flottenbetreiber und selbständiger Zustellpartner aufbauen. Diese sollen laut Firmenunterlagen auch Schweizer Onlinehändler, Detailhändler und KMU als Kunden gewinnen. Damit würde Speedaf über Importpakete hinaus direkt ins Inlandgeschäft der etablierten Paketdienste vorstossen.

Ein führender Vertreter der Schweizer Zustellbranche warnte gegenüber AWP davor, den neuen Konkurrenten zu unterschätzen. Dank des direkten Zugangs zu grossen Paketmengen aus China könne Speedaf rasch wachsen. „Innerhalb von ein bis zwei Jahren könnte das Unternehmen zu einem der grossen Anbieter im Schweizer Paketmarkt aufsteigen.“