Ertrunkene Frau hatte Audioaufnahmen im Fall Zali publiziert
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Höfner Volksblatt  
24. August 2026

Ertrunkene Frau hatte Audioaufnahmen im Fall Zali publiziert

Die letzte Woche bei Melide TI ertrunkene Frau hatte die Audioaufnahmen veröffentlicht, die unter anderem zum Rücktritt von Regierungsrat Claudio Zali geführt haben. Dies bestätigte die Anwältin der Verstorbenen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet, wie die Medienstelle der Tessiner Kantonspolizei auf Anfrage erklärte. Es würden alle notwendigen Abklärungen getroffen, um den Hergang der Ereignisse und die Umstände des Vorfalls zu klären.

Die Tessiner Tageszeitung „La Regione“ hatte am letzten Dienstag zuerst berichtet, dass es sich bei der Ertrunkenen um die Frau handle, welche die Audioaufnahmen im Fall Zali veröffentlicht hatte. Die Tessiner Staatsanwaltschaft bestätigte dies bisher nicht.

Die inzwischen verstorbene Frau sei nach der Veröffentlichung der Audiodateien des zurückgetretenen Regierungsrates Zali von einem Unbekannten angegriffen und geschlagen worden, sagte ihre Anwältin. Die 52-Jährige sei deswegen in der Notaufnahme eines Spitals behandelt und mehrfach mit der Tessiner Staatsanwaltschaft in Kontakt gewesen. Ihre verstorbene Klientin habe Anzeige gegen unbekannt eingereicht.

Anwältin glaubt nicht an Suizid

In den Tessiner Medien war vergangene Woche über einen möglichen Suizid der 52-Jährigen spekuliert worden. Dieser These widersprach die Anwältin auf Anfrage von Keystone-SDA. Sie sei dabei gewesen, sich von den Geschehnissen nach der Veröffentlichung der Tonaufnahme zu erholen und habe Zukunftspläne gehabt. Dies habe ihr auch die Tochter der Verstorbenen bestätigt.

Die Anwältin geht eher davon aus, dass ein Unwohlsein für den Tod beim Baden verantwortlich war. Die Frau war am vergangenen Dienstagnachmittag im Luganersee bei Melide ertrunken. Gemäss der Anwältin war der die Uferzone, an der die Frau gebadet habe, belebt gewesen.

Privates Gespräch im Fokus

Die Mitte Juli über ein anonymes Instagram-Profil veröffentlichte Tonaufnahme gab ein privates Gespräch wieder, das vor einigen Jahren zwischen Zali und einer Bekannten stattfand. Darin bat die Bekannte Zali um Rat, wie sie eine Stalkerin loswerden könne. „Verprügle sie“, sagte der inzwischen zurückgetretene Regierungsrat in der Aufnahme.

Gegen Zali läuft überdies ein Strafverfahren der Tessiner Staatsanwaltschaft, weil er sich für einen Minderjährigen – den Sohn einer Bekannten – eingesetzt haben soll. Der Jugendliche ist dem Vernehmen nach in einen Fall von Gewalt und Freiheitsberaubung gegen einen anderen Jugendlichen verwickelt und befindet sich in Haft.

Zali stand dem Justizdepartement vor und soll sich für eine andere Unterbringung des Jungen eingesetzt haben. Im Raum steht der Verdacht auf eine Verletzung der Gewaltenteilung.