Schauspielerin Asia Argento findet in Locarno neue Zuversicht
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Höfner Volksblatt  
14. August 2026

Schauspielerin Asia Argento findet in Locarno neue Zuversicht

Eine sichtlich gerührte Asia Argento hat das Locarno Film Festival besucht: Die italienische Schauspielerin traf sich am Freitag in einem öffentlichen Gespräch mit dem Publikum und erzählte von den Höhen und Tiefen ihrer Karriere.

Am Donnerstagabend gab es auf der Piazza Grande eine Auszeichnung für Asia Argentos Lebenswerk, den „Life Achievement Award“ des Locarno Film Festivals. Nach einer bewegenden Rede und der Preisübergabe brach die römische Schauspielerin in Tränen aus. Der künstlerische Festivalleiter Giona A. Nazzaro umarmte sie daraufhin.

Im moderierten Publikumsgespräch erzählte Argento am Freitag dann, die Auszeichnung sei so bewegend gewesen, weil sie ihr ganzes Leben gesehen und erkannt habe, dass es einen Sinn hatte. Der Preis komme nach einer Zeit, in der sie sich lange Zeit als gescheitert und wie in einer „Schwebe“ gefühlt habe.

„Es ist, als würde mir das Universum sagen: Du bist nicht falsch, du bist gut so, wie du bist“. Jetzt gehe es ihr vielleicht ein bisschen besser, sagte sie sichtlich gerührt.

Leistungsangst und Liebe für die Stille

Als Tochter des Horrorfilmregisseurs Dario Argento und der Schauspielerin Daria Nicolodi gab die 1975 geborene Argento bereits mit 11 Jahren ihr Leinwanddebüt. Sie habe die Besessenheit ihres Vaters geerbt, wenn sie über das Kino spreche, erzählte sie.

Argento hat in vielen Filmen ihres Vaters mitgespielt. Das sei nicht immer nur gesund gewesen, erinnerte sie sich, da sie auch Leistungsangst verspürt habe. „Mein Vater hat mich gestern Nachmittag angerufen, und mir zum Preis gratuliert“, sagte Argento. „Er sagte: ‚Wenn du dich anstrengst, bist du gut.'“

Bekannt ist Asia Argento auch als wichtige Figur der #MeToo-Bewegung. Sie war eine der ersten Frauen, die Harvey Weinstein öffentlich des sexuellen Missbrauchs beschuldigten. 2018 wurde sie selbst mit einem Missbrauchsvorwurf konfrontiert.

In Locarno beschrieb sich die Schauspielerin als schüchtern und erzählte, sie habe ursprünglich Schriftstellerin werden wollen. Beim Film habe sie die Schönheit der Stille, wie sie sie nach dem ersten „Action!“ am Set der TV-Serie „Sogni e bisogni“ (1985) von Sergio Citti erlebte, entdeckt: „Eine übernatürliche Stille, bei der man nicht einmal ein Atmen hört, das gibt es nur am Set.“