Österreich will Wehrdienst verlängern
Österreich will den Wehrdienst um drei Monate auf künftig insgesamt neun Monate verlängern. Einen entsprechenden Beschluss gab die österreichische Bundesregierung bekannt. Der Einigung war ein langes Ringen der Koalitionäre vorausgegangen. Die Drei-Parteien-Koalition will nun auf die rechte FPÖ und die Grünen im Parlament zugehen, da für die Änderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig ist. Sie soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Konkret werden den Angaben zufolge an den Grundwehrdienst drei Monate mit verpflichtenden Milizübungen angehängt. Damit folgt die Regierung aus konservativer ÖVP, sozialdemokratischer SPÖ und liberalen Neos im Wesentlichen den Empfehlungen einer Experten-Kommission. Anlass des Schritts sei die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine völlig veränderte Sicherheitslage.
Zivildienst ab 2028 bis zu elf Monaten
Zunächst hat die Veränderung keine Folgen für den aktuell neunmonatigen Zivildienst. 2027 könne dieser Dienst freiwillig um zwei Monate verlängert werden, hiess es. Ab 2028 werde der Zivildienst verpflichtend um diese Zeit verlängert, wenn bestimmte Kennzahlen bei der Rekrutierung von Grundwehrdienern verfehlt würden, teilte die Regierung weiter mit.
Österreich ist militärisch neutral und kein Nato-Mitglied. Das Land hat ähnlich wie Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit lange vernachlässigt.
