Sika gerät im EU-Kartellverfahren stärker unter Druck
Die EU-Kommission verschärft gegen den Bauchemiekonzern Sika und weitere Hersteller ein Kartellverfahren. Die Kommission verschickte Mitteilungen der Beschwerdepunkte wegen des Verdachts auf Preisabsprachen bei chemischen Zusatzstoffen für Zement, Beton und Mörtel.
Nach vorläufiger Einschätzung der Kommission sollen die Unternehmen zwischen 2021 und 2022 künftige Preiserhöhungen abgesprochen haben, wie es in einer Mitteilung vom Montag hiess. Hintergrund seien stark gestiegene Rohstoffkosten infolge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gewesen. Die mutmassliche Abstimmung sei über nationale Branchenverbände erfolgt, welche gemeinsame Mitteilungen zur Rechtfertigung der Preiserhöhungen vorbereitet hätten.
Betroffen sind laut der Kommission in Deutschland unter anderem Sika, Cemex, Mapei, Master Builders Solutions und MC Bauchemie sowie der Branchenverband Deutsche Bauchemie. Auch in Frankreich und Spanien erhob die Behörde Vorwürfe gegen Sika und weitere Hersteller sowie die dortigen Branchenverbände.
Nun können sich Adressaten äussern
Mit der Mitteilung der Beschwerdepunkte informiert die EU-Kommission die Unternehmen formell über ihre Vorwürfe. Die Adressaten können nun Akteneinsicht beantragen und sich zu den Anschuldigungen äussern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Geldbussen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Die Untersuchung geht unter anderem auf unangekündigte Durchsuchungen im Oktober 2023 zurück. Damals bestätigte Sika, dass die EU-Kommission mehrere Standorte des Unternehmens in der EU und in der Türkei durchsucht habe. Konzernchef Thomas Hasler erklärte damals, Sika kooperiere „in vollem Umfang“ mit den Behörden und verwies auf eine Null-Toleranz-Politik bei Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht.
