Ringen um VW-Sparpläne eröffnet
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Höfner Volksblatt  
9. Juli 2026

Ringen um VW-Sparpläne eröffnet

Der VW-Aufsichtsrat wollte am Nachmittag zusammenkommen, um über neue Sparpläne und Werksschliessungen zu beraten. Dagegen wehrt sich die Gewerkschaft IG Metall mit bundesweiten Aktionen.

Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut deutschen Medien könnten 100’000 bis zu 120’000 Stellen wegfallen. Bisher war bis 2030 ein Abbau von konzernweit 50’000 Stellen in Deutschland angekündigt.

Vier Werken droht die Schliessung

Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schliessung. Im Gespräch sind Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Laut „Spiegel“ könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 auslaufen: Ab 2031 zunächst in Zwickau und Emden, 2032 bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover und 2034 bei Audi in Neckarsulm, schreibt das Blatt.

„Die genauen Inhalte des Zukunftsplans und die damit verbundenen notwendigen Massnahmen werden heute zwischen Aufsichtsrat und Vorstand der Volkswagen AG erörtert“, sagte ein Sprecher. Dabei gehe es unter anderem darum, Komplexität zu reduzieren, Beteiligung zu straffen, Entwicklung und Produktion regionaler auszurichten: „Und ja, wir werden auch Überkapazitäten abbauen müssen.“

Gewerkschaft will Widerstand leisten

Die IG Metall will Widerstand gegen „Brutalo-Pläne der Konzernspitze“ leisten, wie sie mitteilt. „Im ganzen Land haben die Kolleginnen und Kollegen heute die klare Ansage gemacht: So nicht!“, sagte Gewerkschafts-Chefin Christiane Brenner. „Sie haben geackert, sie haben Zugeständnisse gemacht. Statt sich diese Leistung zum Vorbild zu nehmen, konfrontiert der Vorstand die Beschäftigten mit neuen Abbauplänen. Die Wut und Verunsicherung, die dadurch entsteht, ist verständlicherweise gross.“

Heute fiel der Protest noch vergleichsweise klein aus. Laut IG Metall handelt es sich bei allen Aktionen aber nicht um einen Arbeitskampf, sondern um Informations- oder Protestveranstaltungen. Die Gewerkschaft kündigte aber an, „den Druck in der zweiten Jahreshälfte notfalls weiter zu erhöhen, sollte der Vorstand an seinen Plänen festhalten“.

Komplizierte Situation im Aufsichtsrat

Die Lage im Aufsichtsrat ist kompliziert. Neben den Arbeitnehmervertretern hat sich auch das Land Niedersachsen bereits ablehnend zu den Plänen geäussert. Werksschliessungen seien keine Zukunftsstrategie, so Niedersachsens Vize-Regierungschefin Julia Willie Hamburg (Grüne).

Das Land ist mit 20 Prozent an VW beteiligt, Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und dessen Stellvertreterin Willie Hamburg sitzen im Aufsichtsrat. Zusammen mit den zehn Arbeitnehmervertretern sind sie in der Mehrheit – derzeit sogar deutlich, denn einer der eigentlich zehn Sitze der Kapitaleigner ist unbesetzt.

Dass die Vorschläge des Vorstands unverändert eine Mehrheit finden, gilt daher als nahezu ausgeschlossen. Zudem sind Kampfabstimmungen im VW-Kontrollorgan bisher die absolute Ausnahme. In aller Regel wird diskutiert, bis sich alle Seiten einig sind.

Nach der Aufsichtsratssitzung will Volkswagen zügig über mögliche Entscheidungen informieren.