Gold- und Silberpreis anhaltend unter Druck
Der Gold- und auch der Silberpreis sind in den letzten Wochen weiter unter Druck gekommen. Experten gehen davon aus, dass eine Einigung zwischen den USA und Iran den Preis der Edelmetalle eigentlich stabilisieren sollte. Doch die US-Notenbank spielt auch eine Rolle.
Gegen Dienstagmittag kostete Gold noch rund 4110 US-Dollar je Feinunze, nachdem Ende Januar bei knapp über 5500 Dollar das Rekordhoch markiert wurde. Noch deutlicher ging es seither für Silber nach unten – nämlich von fast 118 auf nun nur noch 62,36 Dollar.
Fed beendet kurze Gold-Erholung
Ein jähes Ende fand die leichte Goldpreis-Erholung mit der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank. Denn der neue Chef Kevin Warsh überraschte die Märkte mit eher falkenhaften Tönen und schloss Zinserhöhungen im laufenden Jahr nicht aus. Damit gewinnen andere Assetklassen wie Staatsanleihen an Attraktivität und das zinslose Gold steht vergleichsweise schlechter da.
Derweil bleiben aus Sicht der Commerzbank und auch der Experten beim Edelmetallhändler Heraeus die Zentralbanken ein wichtiger Stützungsfaktor für Gold. So verweist die Commerzbank auf die jährliche Umfrage des World Gold Council. Dieser zufolge kauften die Notenbanken deutlich mehr Gold pro Jahr ein als im Durchschnitt der vorigen zehn Jahre.
Zudem wollen 45 Prozent der 74 Zentralbanken in den nächsten 12 Monaten ihre eigenen Reserven aufstocken, heisst es auch bei der Helaba und Heraeus. Der grösste Vorteil von Reserven in Gold ist das fehlende Risiko einer nötigen Gegenpartei, wie dies bei Währungen oder Anleihen der Fall ist. Es findet sich quasi immer ein Käufer, erklärt Heraeus.
Wichtig sei dabei, dass das Gold im Inland aufbewahrt werde, damit es bei Konfliktsituationen nicht eingefroren werden könne. Daher hätten einige Länder wie Indien, Deutschland oder auch Frankreich zuletzt ihre Goldreserven zurückgeführt.
