Taiwans Armee übt Kampfbereitschaft mit fünftägigem Manöver
Vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit China hat Taiwan eine fünftägige Militärübung begonnen.
Damit will die ostasiatische Inselrepublik ihre Armee mit dem Schlachtfeld besser vertraut machen und ihre Fähigkeit stärken, rasch vom Friedens- in den Kriegseinsatz überzugehen. Laut Taiwans staatlicher Nachrichtenagentur CNA rückten Kampfeinheiten in ganz Taiwan zu festgelegten Verteidigungsstellungen aus, um sich auf die Abwehr einer möglichen feindlichen Invasion vorzubereiten.
In Taoyuan im Norden Taiwans waren im morgendlichen Berufsverkehr auf einer Autobahn gepanzerte Fahrzeuge und militärische Kommunikationseinheiten zu sehen. Am Sonntag hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, die Übung sei Teil des jährlichen Trainingsprogramms. Die Truppen üben demnach in realistischen Szenarien, um Führung, Koordination, Logistik, Einsatzbereitschaft und Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.
China übt Druck aus
Das Manöver folgt auf eine grossangelegte Schiessübung am 10. Juni, bei der die Armee im zentraltaiwanischen Taichung entlang der westlichen Küste, die China zugewandt ist, Raketen- und Panzerabwehrraketen abfeuerte. Die Spannungen in der Region rühren daher, dass Peking Taiwan als Teil des chinesischen Staatsgebietes betrachtet und die Insel an sich binden will – wenn nötig auch mit einer Invasion.
Fast täglich tauchen chinesische Kampfflieger und Marineschiffe um Taiwan auf. Am Morgen (Ortszeit) teilte Taiwans Verteidigungsministerium mit, in den vergangenen 24 Stunden 23 Militärflugzeuge um Taiwan gezählt zu haben. Auch seien sieben Marineschiffe und fünf staatliche Schiffe in der Nähe im Einsatz gewesen. Mit diesem Vorgehen übt China Druck auf Taiwan aus, überschreitet jedoch nicht die Grenze zu einem offenen Konflikt, weshalb auch von „Grauzonen“-Aktivitäten die Rede ist.
