Freiburg und Waadt passen Kantonsgrenze leicht an
Die Grenze zwischen den Westschweizer Kantonen Freiburg und Waadt wird im Rahmen einer Güterzusammenlegung in Siviriez FR leicht angepasst. Dafür versetzten die Behörden am Dienstag und Mittwoch mehrere historische Grenzsteine.
Es handle sich um ein „seltenes Ereignis von historischem, territorialem und technischem Interesse“, sagten Vertreter der beiden Kantone am Dienstag vor den Medien. Die ungewöhnliche Aktion dient dazu, Eigentumsgrenzen und Kantonsgrenze wieder in Einklang zu bringen.
„Solche Eingriffe sind selten“, sagte der mit den Arbeiten beauftragte Geometer Pierre Dumas. Zuletzt sei eine vergleichbare Anpassung vor rund zehn Jahren vorgenommen worden.
An der territorialen Fläche der beiden Kantone ändert sich unter dem Strich nichts. „Es gibt weder Gewinner noch Verlierer, das Spiel endet 0:0“, sagte Dumas mit Blick auf die derzeit laufende Fussball-WM.
Bei den versetzten Grenzsteinen handelt es sich um kleine historische Zeugnisse mit hohem kulturhistorischem Wert. Sie tragen Wappen, Nummern und Jahreszahlen. Die ältesten stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Die meisten der nun versetzten Grenzsteine in Siviriez im Glanebezirk stammten aus dem Jahr 1727, erklärte der Historiker Jean-Pierre Anderegg, der die Freiburger und Waadtländer Grenzsteine inventarisiert hat. Die ursprünglich bereits für Juni 2025 geplanten Arbeiten waren wegen des Wetters verschoben worden.
