Schmuggelballons aus Belarus: Litauen nimmt 27 Hintermänner fest
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Höfner Volksblatt  
22. Mai 2026

Schmuggelballons aus Belarus: Litauen nimmt 27 Hintermänner fest

Bei einer grossangelegten Operation sind die Behörden in Litauen gegen kriminelle Gruppen vorgegangen, die Schmuggelware aus dem benachbarten Belarus mit Wetterballons in den Baltenstaat einfliegen.

Nach Angaben der Polizei des baltischen EU- und Nato-Landes wurden in dieser Woche insgesamt 27 Personen festgenommen. Sie sollen mutmasslich den illegalen Transport auf dem Luftweg zusammen mit belarussischen Schmugglern organisiert haben sollen.

Darunter seien auch 13 Beamte der litauischen Polizei und des Grenzschutzes, die des Amtsmissbrauchs verdächtigt werden.

Nach Polizeiangaben agierten die kriminellen Gruppen organisiert und nutzten GPS-Geräte und verschlüsselte Kommunikationsmittel, um die Landeorte von Wetterballons präzise zu verfolgen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Die geschmuggelte Fracht sei anschliessend eingesammelt und verkauft worden.

Dies bedrohe nationale, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen sowie die zivile Luftfahrt und die öffentliche Sicherheit, hiess es.

Regierungschefin: Schlag gegen Schmuggel

Litauens Regierungschefin Inga Ruginiene sagte, die Festnahme von mehr als einem Dutzend Beamten sei eine „sehr schmerzliche Nachricht für Staat und Gesellschaft“. Sie zeige aber, dass die Strafverfolgungsbehörden handeln und Massnahmen ergreifen.

Im Zuge der Operation wurden den Angaben nach 74 Durchsuchungen durchgeführt. Insgesamt gebe es 49 Verdächtige.

Wiederholte Störungen des Luftverkehrs

Ende vergangenen Jahres waren vermehrt Wetterballons aus Belarus in den Luftraum über Litauen eingeflogen. Die Ballons werden üblicherweise von Schmugglern eingesetzt, um Zigaretten aus Belarus illegal über die Grenze zu schicken.

Dadurch kam es wiederholt zu Störungen des Flugverkehrs. Der Flughafen in der Hauptstadt Vilnius musste mehrfach geschlossen werden.

Seit Dezember gilt in Litauen deshalb der Ausnahmezustand. Dadurch können Behörden und Militär schneller auf Luftraumverletzungen durch Ballons reagieren. Auch wurden die Strafen gegen Schmuggler verschärft – ihnen drohen nun unmittelbar Haftstrafen.