Papst macht sich für internationale Organisationen stark
Papst Leo XIV. hat sich für internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen starkgemacht. Bei einem Empfang für Botschafter im Vatikan sprach das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken mit Blick auf die aktuellen Kriege und Konflikte rund um die Welt von „Räumen der Begegnung und der Vermittlung“, die in dieser Zeit unverzichtbar seien.
„Diese Institutionen bleiben unverzichtbare Instrumente zur Beilegung von Streitigkeiten und zur Förderung der Zusammenarbeit.“
Der US-amerikanische Papst bezog damit erneut Position gegen US-Präsident Donald Trump, unter dessen Führung die Vereinigten Staaten verschiedenen internationalen Organisationen ihre Unterstützung ganz oder teilweise entzogen haben. Trump hatte Leo XIV. zuletzt auch mehrfach persönlich kritisiert. Auf eine Einladung, zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA am 4. Juli in sein Heimatland zu kommen, ging der Papst nicht ein. Er besucht an diesem Tag die Mittelmeerinsel Lampedusa, wo viele Flüchtlinge aus Afrika ankommen.
Leo: Macht allein ist kein Kriterium
Der erste Pontifex aus den USA bekräftigte bei dem Empfang auch einige grundsätzliche Kritik. Leo sagte, ohne Länder oder Personen beim Namen zu nennen: „Keine Nation, keine Gesellschaft und keine internationale Ordnung kann sich als gerecht und menschlich bezeichnen, wenn sie ihren Erfolg allein an Macht oder Wohlstand misst und dabei diejenigen vernachlässigt, die am Rande der Gesellschaft leben.“ Der 70-Jährige ist seit Mai vergangenen Jahres als Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus im Amt.
