CS-Debakel bringt Höfner 22-Millionen-Villa auf den Markt
So soll die Villa in Wollerau dereinst aussehen, die aufgrund des CS-Debakels wieder zu haben ist. Bild zvg
Ausserschwyz
Stefan Grüter   
26. Juli 2023

CS-Debakel bringt Höfner 22-Millionen-Villa auf den Markt

Die Grossbank Credit Suisse ist Geschichte. Tausende von Arbeitsplätzen verschwinden, und mit ihnen auch hoch bezahlte Chefposten und Geschäftsverbindungen von ebenso hoch bezahlten Finanzfachleuten und -beratern. Dass mehrere dieser finanzkräftigen Manager auch in unserer Region ansässig waren beziehungsweise sind, ist kein Geheimnis. Darunter befinden sich Expats und Manager, die international unterwegs sind, oft nur vorübergehend in der Schweiz weilen und hierzulande selten in einer Ein-Zimmer-Wohnung aus den 1960ern hausen.

15 Parkplätze

Die Grossbank ist im Auflösungs- beziehungsweise Übernahmeprozess. Der Kaderjob und damit das Millionen- Salär sind Geschichte. Was ist mit der Luxus-Immobilie? Diese kommt auf den Markt.

Ein Beispiel aus Wollerau ist derzeit auf der Immobilien-Plattform homegate.ch zu finden. Und was für eine Luxus-Immobilie. Unverbaubare Seesicht, über 1000 Quadratmeter Nebenfläche, zwei Tiefgaragen mit bis zu 15 Parkplätzen, grosser Aussenpool, Gästehaus oder Wellness extern, Golf-simulator eingeplant. Auf 500 Quadratmetern gibt es 10,5 Zimmer.

Die Villa ist derzeit im Rohbau, im Spätsommer 2024 könnte man einziehen. Der Preis für das Schmuckstück: rund 22 Millionen Franken, wobei es sich um einen «Richtpreis ohne zusätzliche Änderungen» handelt, wie Generalunternehmer Marcel Sager von der «Baugesellschaft für exklusive Wohnräume» dieses Objekt anpreist.

«Die CS hat zugeschlagen …»

Weshalb diese Luxus-Immobilie wieder auf dem Markt ist, macht Generalunternehmer Sager unmissverständlich klar: «Die CS hat zugeschlagen … Wegen des Debakels per sofort wieder frei.» Gegenüber unserer Zeitung sagt Marcel Sager, dass es sich beim Besteller dieser Villa nicht direkt um einen CS-Kadermann handle, sondern um einen Family-Office-Manager, der für seine Kunden mit AT1-Anleihen der Credit Suisse spekuliert habe. Diese sind mittlerweile wertlos beziehungsweise deren Abschreibung ist Gegenstand von Klagen. Die Kunden seien dem Mann davongelaufen, sodass er nun mehrere Jahre in Übersee und in Asien seinen Geschäften nachgehen müsse, weiss Sager. Der Family-Of-fice Manager, ein reicher Norweger, sei also indirekt vom CS-Debakel betroffen.

Mehrere Interessenten

Ob der Verkauf weiterer Höfner Luxus- Immobilien im Preissegment ab etwa 4,5 Mio. Franken ebenfalls in Zusammenhang mit dem Niedergang der Credit Suisse oder dem Abzug der hoch dotierten Manager steht, lässt sich nicht zweifelsfrei eruieren. Allerdings weiss die Finanz-Plattform insideparadeplatz.ch ebenfalls davon zu berichten, dass «Expats der CS ihre Traum-Immos auf den Markt schmeissen». Dort spricht man sogar von einer «massiven Schwemme von Zürcher Wohneigentum vor der Tür, weil hoch bezahlte Chefs der Credit Suisse von dannen ziehen». Das Beispiel, das insideparadeplatz.ch aufführt, ist allerdings im Vergleich mit der Höfner Villa eher bescheiden: 4,5 Zimmer, 149 Quadratmeter Wohnraum zu einem Kaufpreis von 4,35 Mio. Franken. Dieses Objekt befindet sich im zürcherischen Kilchberg.

Generalunternehmer Marcel Sager ist überzeugt, dass durch das CS-Debakel weitere Luxus-Immobilien in unserer Region auf den Markt kommen werden, «vor allem Wohnungen». Für die 22-Millionen-Villa in Wollerau ist Sager zuversichtlich: «Wir haben mehrere Interessenten.»

Hochbezahlte Chefs der Credit Suisse und Finanzfachleute, die mit der Grossbank Geschäfte tätigten, ziehen wieder weg. Ihre Villen und Liegenschaften sind zu haben. Ein Beispiel aus Wollerau: