Julian Parrée – der unerwartete Davoser Finalheld
58 Einsätze hatte Julian Parrée in dieser Saison bis zum Final, dazu deren zwei mit Arosa in der Swiss League. Torausbeute: zero. Nun erzielte der im niederländischen Alkmaar geborene Davoser in vier Partien des Finals gegen Fribourg-Gottéron bereits zwei, das letztlich nutzlose 2:3 im ersten Spiel zuhause und nun am Freitagabend bereits in der 5. Minute den einzigen Treffer zum 1:0, dank dem die Best-of-7-Serie nun wieder 2:2 ausgeglichen ist.
Dabei uneschreibt Parrée sein Pflichtenheft so: «Wichtig ist vor allem, dass wir defensiv gut ‚verheben‘ und ihre Spieler müde machen», erklärt er die Aufgaben seiner vierten Linie. «Tore werden nicht in erster Linie von uns erwartet. Aber wenn wir ab und zu noch ein Törchen schiessen können, sind wir froh», fügt er gut gelaunt hinzu.
Parrée statt Stransky oder Ryfors
Es ist diese Ausgeglichenheit und Breite, die den HC Davos in dieser Saison zum deutlich besten Team der Liga gemacht hat. Deshalb kann man auch verkraften, dass ein Leistungsträger wie Simon Ryfors, in den Viertelfinals gegen Zug noch der HCD-Topskorer, in Halbfinal und Final noch keinen Skorerpunkt aufweist und auch der Captain Matej Stransky im Final bisher weder ein Tor noch einen Assist aufweist. Stattdessen ist nun Parrée der Mann, der dafür verantwortlich ist, dass es auch im vierten Finalspiel einen Auswärtssieg gab.
Das ist eine Premiere, seit Einführung der Playoffs hat noch nie eine Finalserie mit vier Erfolgen der Auswärtsteams begonnen. Dies ist umso erstaunlicher, als die Davoser in der Qualifikation nur drei Heimspiele verloren und in den Playoffs bis zum Final keines.
Auswärtsserie ein Zufall?
Erklären kann sich dies keiner so recht. «Ich weiss es nicht», sagt Verteidiger Nico Gross, der mit Zug 2021 und 2022 Meister war. «Ich habe das Gefühl, es ist eher ein bisschen Zufall.» Es sei einfach extrem eng. «Es ist der Erste gegen den Zweiten, die besten zwei Teams des Jahres», so Gross. „Ein Duell auf Augenhöhe.
Er findet denn auch, sie müssten am Sonntag nicht viel anders machen als in den ersten beiden, zweimal 2:3, einmal nach Verlängerung, verlorenen Heimspielen. Gut starten und die kleinen Details richtig machen, so wie in den beiden Auswärtsspielen.
Einen Sieger hat Gross sowieso schon ausgemacht. «Es steht 2:2, es ist eine extrem spannende Finalserie. Das ist sicher auch cool für jeden Hockeyfan.» Vielleicht nicht ganz so cool für die Heimfans in den stets ausverkauften Arenen von Davos und Freiburg.
