Pinheiro Braathen steht den Schweizern wieder vor der Sonne
Sport
24. März 2026

Pinheiro Braathen steht den Schweizern wieder vor der Sonne

48 Punkte Rückstand hatte Pinheiro Braathen vor dem letzten Riesenslalom des Winters. Es war klar, dass er in Hafjell nicht nur ein Top-Resultat benötigte, um sich zum ersten Mal die kleine Kristallkugel im Riesenslalom zu sichern, sondern auch einen Ausrutscher von Leader Marco Odermatt. Der Nidwaldner tat dem Brasilianer den Gefallen im wahrsten Sinne des Wortes und schied bereits im ersten Lauf nach einem Innenskifehler aus.

«Das Resultat meines Weges»

Frei war die Bahn für Pinheiro Braathen, der sich nicht zweimal bitten liess, mit der Laufbestzeit in Führung ging und diese in der Entscheidung souverän verwaltete. Er verwies Loïc Meillard und seinen Jugendfreund Atle Lie McGrath auf die weiteren Podestplätze und sicherte Brasilien mit seinem achten Weltcupsieg, dem vierten im Riesenslalom, die erste Kristallkugel im alpinen Skiweltcup. Für den 25-Jährigen persönlich war es die zweite kleine Kristallkugel. 2023 gewann er die Disziplinen-Wertung im Slalom, damals noch für Norwegen.

Der gebürtige Norweger nahm nach einem Zerwürfnis mit dem norwegischen Skiverband vor zwei Jahren einen Nationenwechsel vor und fährt seither für das Heimatland seiner Mutter. «Diese Kugel soll zeigen, dass alles möglich ist und man seine Träume realisieren kann. Die Kugel ist das Resultat meines Weges», sagte er nach dem Rennen im SRF-Interview und fügte in seiner gewohnt emotionalen Art an: «Es ist so ein spezieller Moment. Ich bin so stolz.»

Spannung bis zum Schluss

Ein spezieller Tag hätte es auch für Loïc Meillard werden können. Wenig sprach vor dem letzten Riesenslalom des Winters dafür, dass er noch einmal in den Kugelkampf würde eingreifen können. Zu gross war seine Hypothek von 89 Punkten auf Odermatt und 41 Punkten auf Pinheiro Braathen. Und doch durfte der Westschweizer bis zum Schluss mit seiner ersten Kristallkugel liebäugeln.

Während Odermatt patzte, machte Meillard seine Hausaufgaben und übte Druck auf den Führenden Pinheiro Braathen aus. Als dieser als letzter Fahrer noch oben stand, führte Meillard. Ein Sieg von ihm und ein Rückfall des Brasilianers auf Platz 4 hätten ihm die Kugel eingebracht. «Ich habe alles probiert. Es hätte alles zusammenpassen müssen. Lucas war einfach besser», zeigte sich Meillard als fairer Sportsmann.

Für den 29-Jährigen war der lange offen gehaltene Kugelkampf eine Genugtuung: Nach dem schlechten Start in die Saison hätten ihn viele schon abgeschrieben gehabt, so der Westschweizer, dessen Ziel es immer gewesen sei, wieder zurückzukommen. «Nun habe ich im Riesenslalom eine Medaille an den Olympischen Spielen gewonnen und im Weltcup zwei Siege und zwei Podestplätze eingefahren – eine geniale Saison.»