Nachrüstung hätte tödlichen Unfall am Titlis nicht verhindert
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23. März 2026

Nachrüstung hätte tödlichen Unfall am Titlis nicht verhindert

Eine Nachrüstung der Klemmen an den Gondeln der Titlis-Bahn hätte laut der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) den tödlichen Absturz einer Gondel von vergangener Woche nicht verhindert. Jedes System sei bei starkem Wind am Limit.

«Das ist reine Physik und Geometrie», sagte Philipp Thürler, der zuständige Bereichsleiter bei der Sust, am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit entsprechende Aussagen in der SRF-«Tagesschau» vom Sonntagabend.

Anpassungen am Klemmmechanismus brächten keine bessere Sicherheit, hatte Thürler der TV-Sendung gesagt: «Wenn die Windgeschwindigkeit zu gross ist, kommt eine Gondel aus der normalen Achse und kann gegen Anlageteile prallen oder an Seilfängern hängen bleiben und vom Förderseil gerissen werden.»

Beim Unfall am Titlis war am Mittwoch eine 61-jährige Frau in der abstürzenden Gondel ums Leben gekommen. Zwischen Trübsee und Stand hatte sich die Gondel vom Seil gelöst und war den Hang hinunter gestürzt. Als eine der Ursachen für den Unfall vermutet der Seilbahnbauer Garaventa eine starke Windböe, die zur Kollision der Gondel mit einem Mast geführt hat.

Vor dem Unfall hatte die Bahnbetreiberin auf eine von der Seilbahnherstellerin angebotene technische Nachrüstung verzichtet. Norbert Patt, CEO der Titlis-Bahnen, hatte bereits am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht der «Sonntagszeitung» bestätigt.

«Es war jedoch keine zwingende sicherheitsrelevante Aufforderung zur Nachrüstung», sagte Patt zu Keystone-SDA. «Ich kann Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, was der Grund war, dass wir auf die Einholung eines Angebotes im Jahr 2022 verzichteten haben», so Patt weiter.