Pirovano fährt mit dem Sieg zur Abfahrtskugel
Sport
21. März 2026

Pirovano fährt mit dem Sieg zur Abfahrtskugel

Mit ihrem dritten Abfahrtssieg in Serie sorgt Laura Pirovano für den grossen Coup: Die 28-jährige Italienerin gewinnt die kleine Kugel in der Königsdisziplin.

Als sie ins Ziel fährt, traut sich Pirovano zunächst nicht, auf die Anzeige zu schauen. «Denn ich habe mich heute beim Fahren nicht besonders gut gefühlt», erklärte sie im Interview mit SRF. Dann wagt sie den Blick und sieht, wie ihre Zeit grün aufleuchtet. Es sei ein unglaubliches Gefühl gewesen, sagt die Athletin, die mit 28 Jahren die beste Phase ihrer Karriere erlebt. «Mir fehlen immer noch die Worte.»

Dass sie nun den Abfahrtspokal in der Hand halte, fühle sich surreal an, meinte Pirovano. Sie habe immer davon geträumt, einmal ein Weltcup-Rennen zu gewinnen. Aber der Traum von der Kugel erschien ihr lange als «zu gross», nicht realistisch.

Durch den Coup gingen bei den Frauen sechs der neun letzten Abfahrtskugeln nach Italien. Vor Pirovano durften sich Federica Brignone (2025) sowie Sofia Goggia (2018, 2021, 2022 und 2023) als stärkste Abfahrerinnen der Saison feiern lassen. 2020 gewann die Schweizerin Corinne Suter, 2019 und 2024 die Österreicherinnen Nicole Schmidhofer und Cornelia Hütter.

Pirovano immer in den Top 10

Mit Pirovano hätte zu Beginn der Saison wohl kaum jemand gerechnet. Dass sie in Kvitfjell die Abfahrtskugel entgegennehmen durfte, lag an einer sensationellen Aufholjagd. Nach sechs von neun Rennen lag Pirovano mit 236 Punkten noch auf Rang 5, dann folgten die zwei Siege in Val di Fassa, bei denen sie jeweils mit dem Minimalvorsprung von einer Hundertstel gewann.

So ging Pirovano in Kvitfjell mit einem Vorsprung von 28 Punkten auf die Deutsche Emma Aicher ins Rennen. Statt auf Verwaltung zu setzen, ging die Italienerin jedoch erneut auf Sieg. Pirovano setzte sich nicht nur vor Aicher, die am Ende Platz 5 belegte, sondern liess auch alle anderen Konkurrentinnen hinter sich.

Pirovano, die vor Val di Fassa noch nie auf dem Weltcup-Podest gestanden hatte, ist eine überraschende Disziplinensiegerin, aber keine unverdiente: Als einzige Athletin klassierte sie sich in allen neun Abfahrten dieses Winters in den Top 10.

Suter als Lichtblick

15 Hundertstel hinter Pirovano erreichte Olympiasiegerin Breezy Johnson Rang 2, nochmals zehn Hundertstel dahinter folgte Kira Weidle-Winkelmann. Beide Athletinnen überholten in der Disziplinenwertung die verletzte Lindsey Vonn und belegten die Ränge 3 (Johnson) und 4 (Weidle-Winkelmann).

Die beste Schweizerin war erneut Corinne Suter. Die 31-Jährige klassierte sich mit 48 Hundertstel Rückstand auf Pirovano auf Platz 6, aufs Podest fehlten ihr 23 Hundertstel. Suter, die nach ihrem Sturz im Training von St. Moritz die Saison erst ab Januar in Angriff nehmen konnte, zeigte sich zufrieden.

Nach den Rängen 22 und 15 im Weltcup sowie Rang 14 in der Olympia-Abfahrt klassierte sich die Schwyzerin in der Abfahrt nun viermal in Folge in den Top 8. «Für mich war es nach dem schwierigen Start wichtig zu spüren, dass ich wieder schnell bin», sagte Suter.

Hinter Suter klaffte im Team der Schweizerinnen erneut eine grosse Lücke: Janine Schmitt, Jasmine Flury und Malorie Blanc belegten die Ränge 19, 20 und 22.