Zwei Medaillen und besondere Geschichten
Am drittletzten Tag der Paralympics gewinnt die Schweiz die Medaillen vier und fünf. Es sind zwei besondere Geschichten, die geschrieben werden.
Fast zeitgleich, nur wenige Höhenmeter auseinander, jubelten zwei Schweizer Athleten. Robin Cuche, als er sich Silber im Riesenslalom sicherte, und Fabrice von Grünigen, als er seine Medaille im Banked Slalom – ebenfalls die Silberne – umgehängt bekam.
Vom Tief zum Hoch
Es sind besondere Geschichten, die am Freitag geschrieben wurden. Angefangen bei von Grünigen, dem Snowboarder aus dem Saanenland. Es waren die ersten Paralympics für den 24-Jährigen. Und sie starteten mit einem Rückschlag. Im Training am Tag der Eröffnungsfeier stürzte er. Eine Gehirnerschütterung zwang ihn, den Snowboardcross auszulassen.
«Es war nicht einfach. Klar, man weiss, dass so etwas passieren kann. Aber es ist schade, dass es hier passieren musste», reflektierte von Grünigen, der eigentlich lieber Snowboardcross als Banked Slalom fährt. «Die Medaille ist etwas Krönendes für mich. Aber nach diesem Sturz so zurückzukommen, alleine deswegen wäre ich schon sehr stolz auf mich gewesen.» Realisiert habe er seinen Triumph «wahrscheinlich» noch nicht. «Ich lasse gerade einfach alles ein wenig passieren.»
«Drei Medaillen waren das Ziel»
Der zweite strahlende Silbermedaillengewinner des Tages hiess Robin Cuche. Einmal mehr durfte er sich in Cortina d’Ampezzo eine Medaille umhängen lassen – und erfüllte sich damit, sein ganz grosses Ziel. Eines, das er vorhin nur seinen engsten Vertrauten kommuniziert hatte.
Bereits nach der Abfahrt hatte Cuche gesagt: «Ich habe immer von einem Podestplatz als Ziel gesprochen. Aber ich wollte nur Gold.» Nun, nach der dritten Medaille im vierten Rennen, sagte er: «Ziel waren drei Medaillen. Eine davon sollte golden sein.»
Wirklich darüber sprechen habe er im Voraus nicht wollen – um sich selbst nicht noch mehr Druck zu machen. «Ich bin niemand, der sagt, er wolle fünf Goldmedaillen. Ich weiss, dass die anderen auch gut Skifahren.» Zwar ordnet Cuche Silber nicht ganz so hoch ein wie Gold. Aber: «Heute Morgen hätte ich das sofort unterschrieben. Drei Medaillen, das ist Wahnsinn.»
