Lausannes Out ist bitter für den Klub und den Schweizer Fussball
Ein paar Zentimeter kosten Lausanne-Sport in der Conference League zumindest die Chance auf eine Verlängerung. Der Frust ist danach gross, der Verlust für den Schweizer Fussball auch.
Das Ende ist im schmucken Lausanner Stade de la Tuilière brutal. Karim Sow schiesst die Waadtländer im Sechzehntelfinal der Conference League gegen Sigma Olomouc in der Nachspielzeit mit dem 2:2 in die Verlängerung – denken alle während ein paar quälend langen Sekunden. Dann meldet sich der VAR. Offside, wegen ein paar Zentimetern, Aus, vorbei.
«Objektiv ist der Entscheid natürlich richtig», stellt Lausannes Trainer Peter Zeidler fest. «Aber ich hasse den VAR. Zumindest eine Verlängerung oder sogar ein Penaltyschiessen wäre für alle schön gewesen.» Er weiss aber auch, dass sich seine Spieler in erster Linie an der eigenen Nase nehmen müssen. Zu einfach hat man das Spiel aus der Hand gegeben, vor allem beim letztlich entscheidenden 1:2 kurz vor der Pause stellte man sich zu naiv an.
Für Fehler teuer bezahlt
«Keiner hat in der Garderobe gesprochen, das zeigt, wie tief die Enttäuschung und Frustration sitzt», erzählt Zeidler nach der Partie. «Denn das Weiterkommen wäre möglich gewesen.» Das sieht auch Captain Olivier Custodio so. «Wir haben eine gute erste Halbzeit gemacht, aber bezahlen einen hohen Preis für unsere zwei Fehler.»
Und das nicht zum ersten Mal. Auch in der Meisterschaft tut sich Lausanne schwer, hat seit dem 17. Januar nicht mehr gewonnen. Um noch in die Top 6 und damit die Meisterrunde zu kommen, muss man in den verbleibenden sieben Runden bis zur Teilung der Tabelle sechs Punkte aufholen.
Schweiz verliert im UEFA-Ranking Boden
Dennoch war Lausanne-Sport in der laufenden Europacup-Kampagne der einzige Schweizer Lichtblick. In einer wahren Odyssee, die vor mehr als sieben Monaten in Skopje begann, und unter anderem nach Asien (Kasachstan), Malta, Türkei, Polen oder Finnland führte, sammelte das Team von Peter Zeidler mit Abstand die meisten Punkte für den UEFA-Koeffizienten. Dennoch steht fest, dass die Schweiz ihren 16. Platz nicht mehr verbessern kann.
Damit ist klar, dass wie in der kommenden Saison auch 2027/28 nur vier statt fünf Teams aus der Super League im Europacup vertreten sein werden. Alle müssen in der 2. Qualifikationsrunde des jeweiligen Wettbewerbs starten – und keine Teilnahme an einer Ligaphase ist garantiert. Der ohnehin schon beträchtliche Abstand zu den begehrten Top 15 dürfte auch noch weiter ansteigen. Von den vor der Schweiz klassierten Nationen haben alle noch mindestens ein Team im Rennen, das weitere Punkte sammeln kann.
