Was über die Kontakte der Clintons zu Epstein bekannt ist
Politik
23. Februar 2026

Was über die Kontakte der Clintons zu Epstein bekannt ist

In die Aufarbeitung des Epstein-Skandals wird in den USA nun die frühere Führungsspitze des Landes einbezogen.

Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary, ehemalige Aussenministerin, sagen diese Woche vor Abgeordneten des US-Parlaments aus. Der zuständige Aufsichtsausschuss arbeitet den Fall auf politischer Ebene auf. Die Clintons hatten sich lange gesträubt, auszusagen – weswegen ihr Auftritt mit Spannung erwartet wird.

Zunächst wird Hillary Clinton (78) am Donnerstag unter Eid aussagen, bevor am Freitag ihr Ehemann (79) befragt wird. US-Medien zufolge werden sie nicht im Kongress in Washington, sondern per Videoschalte befragt werden.

Jahrelang hatte der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär Jeffrey Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Die genaue Opferzahl ist bis heute unklar.

Was ist über die Verbindung von Bill Clinton zu Epstein bekannt?

Bill Clintons Name wird in den USA schon seit längerem mit Epstein in Verbindung gebracht. Einer BBC-Recherche zufolge gibt es bereits Fotos von Clinton und Epstein aus den frühen 1990er-Jahren. Öffentliche Aufzeichnungen sollen den Angaben nach beispielsweise zeigen, dass Epstein im Jahr 1992 für Clintons damaligen Präsidentschaftswahlkampf spendete.

Damals war von Epsteins Machenschaften aber noch nichts öffentlich bekannt. Der Finanzier hatte beste Kontakte zur High Society. Prominente, Politiker und Milliardäre gingen bei ihm ein und aus. Der Kontakt zwischen Clinton und Epstein hielt zumindest in den früheren 2000er-Jahren an. Etwa zu dieser Zeit unternahm Clinton als Ex-Präsident auch Reisen mit Epsteins Privatjet.

Kurz nach Epsteins Verhaftung wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung im Juli 2019 erklärte ein Sprecher Clintons, Angel Urena, dass Clinton zwischen 2002 und 2003 vier Reisen mit Epsteins Jet unternommen habe.

In den bisher veröffentlichten Epstein-Akten taucht Clinton mehrmals auf, veröffentlicht wurden auch mehrere Bilder. So ist der Demokrat etwa beim Schwimmen in einem Pool mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell zu sehen. Auf anderen Fotos sieht man ihn ohne Bezug zu den beiden. Die reine Nennung seines Namens oder seine Abbildung sind keine Hinweise auf ein Fehlverhalten.

Wie reagierte Bill Clinton bisher auf die Vorwürfe?

Der frühere US-Präsident (1993-2001) stritt bisher stets ab, etwas von den Verbrechen Epsteins gewusst zu haben. Nach der Veröffentlichung der ersten Akten im Dezember kritisierte sein Sprecher Urena die Veröffentlichung der Fotos des Demokraten als Ablenkungsmanöver des Weissen Hauses.

Auf X schrieb Urena damals, es gebe zwei Gruppen von Menschen. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und dann gebe es eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. «Wir gehören zur ersten Gruppe.»

Was ist mit Hillary Clinton?

Sie und ihr Ehemann hätten nichts zu verbergen, erklärte Hillary Clinton vor wenigen Tagen in der ARD-Sendung «Maischberger». Sie selbst habe Epstein nie getroffen, betonte sie erneut. «Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, woran ich mich nicht erinnern kann.» Ihr Ehemann habe Epstein nur getroffen, weil dieser ein Flugzeug für Clintons Wohltätigkeitsprojekte zur Verfügung gestellt habe. Das alles habe aber Jahre vor der Verurteilung des Sexualstraftäters stattgefunden. Der BBC erklärte Clinton zudem zuletzt, Gehilfin Maxwell «ein paar Mal» getroffen zu haben.

Was hat Trump mit der ganzen Sache zu tun?

US-Präsident Donald Trump unterschrieb im November 2025 das vom Kongress mit grosser Mehrheit beschlossene Gesetz zur Veröffentlichung der Epstein-Akten. Zuvor hatte sich Trump lange gegen eine Veröffentlichung ausgesprochen. Seitdem versucht Trump immer wieder, die Aufmerksamkeit auf Bill Clinton zu lenken. Unter anderem behauptete er, dass Clinton auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei.

Viele – darunter auch die Clintons selbst – werfen dem Weissen Haus ein Ablenkungsmanöver vor. Auch Trump selbst wurde immer wieder mit Epstein in Verbindung gebracht. In der Vergangenheit hatte er stets bestritten, über die Taten des Sexualstraftäters Bescheid gewusst zu haben. Immer wieder waren Bilder von Trump und Epstein aufgetaucht. Auch in den bisher veröffentlichten Akten kommt der Republikaner vor. Die Trump-Regierung versucht vehement, jede Verbindung des Präsidenten zu dem Skandal zu vermeiden.

Wie kam es zur Aussage der Clintons und was ist zu erwarten?

Der Weg hin zu einer Aussage des früheren US-Präsidenten und der Ex-Aussenministerin war ein langer. Immer wieder hatten sie sich geweigert, auszusagen. Der republikanische Abgeordnete James Comer, der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im US-Repräsentantenhaus, hatte den Clintons vorgeworfen, Vorladungen verzögert und missachtet zu haben. Erst angesichts eines drohenden Verfahrens wegen Missachtung des Kongresses hätten sie schliesslich nachgegeben.

Bei «Maischberger» erklärte Hillary Clinton zuletzt, sie hätten dem Kongress sowohl eine schriftliche als auch eine öffentliche Aussage angeboten. Beides sei jedoch abgelehnt worden.

Es ist unklar, wie viel von der Befragung bekannt wird. Die Sitzung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Allerdings wird sie aufgezeichnet und mehreren Medienberichten zufolge gibt es die Erwartung, dass die Aufnahme später veröffentlicht wird.