USA gewinnen 46 Jahre nach Lake Placid wieder das Eishockeyturnier
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Zum ersten Mal seit 1980 – seit dem «Miracle» von Lake Placid, als amerikanische Amateure die russische Sbornaja düpierten – holen die USA wieder Gold im Eishockey. Den packenden Final gegen Kanada gewinnen die Amerikaner mit 2:1 nach Verlängerung.
Jack Hughes, Teamkollege von Nico Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler bei den New Jersey Devils, entschied den Final. Zach Werenski luchste Nathan MacKinnon seitlich vor dem kanadischen Tor den Puck ab, sah den mitgelaufenen Jack Hughes, der zum 2:1 vollendete.
Für das Team Canada, das die Partie dominiert hatte (42:28 Torschüsse), aber zu viele Torchancen ausliess, war es ein bitteres Ende. Die drei grössten Stars – Connor McDavid, Cale Makar und MacKinnon – standen beim Gegentor in der Overtime auf dem Eis. Alle drei standen auch beim ersten USA-Treffer schon auf dem Eis, als Matt Boldy (24), der drittbeste Skorer in der NHL, die Amerikaner nach sechs Minuten 1:0 in Führung schoss. Boldy überlistete dabei mit Glück und Können die besten kanadischen Verteidiger.
«Heute geht es nur um die USA»
Das USA-Team feierte am Ende diverse Helden. Da war natürlich Torhüter Connor Hellebuyck, Teamkollege von Nino Niederreiter bei den Winnipeg Jets. Hellebuyck stoppte 41 Schüsse von 42. Die grösste Tat gelang ihm im Schlussabschnitt, als er «blind» mit dem Stock gegen Devon Toews rettete, der im Torkreis das offene Goal vor sich hatte. Dann waren da aber auch die Hughes-Brothers: Quinn Hughes hatte im Viertelfinal in der Verlängerung das Siegtor gegen Schweden erzielt. Jack Hughes traf in der Overtime des Finals.
Als Siegtorschütze stand Jack Hughes natürlich im Fokus. «Aber heute geht es einzig und allein ums Land», so Hughes gegenüber dem USA-TV. «Ich liebe die USA, ich liebe meine Teamkollegen, es ist unglaublich! Der Zusammenhalt innerhalb von Hockey USA ist unglaublich gross.»
Alle Lorbeeren, die man ihm zuschreiben wollte, gab Jack Hughes sogleich weiter: «Unsere Leistung war beinahe unrealistisch. Hellebuyck zeigte ein unglaubliches Spiel. Er war unser bester und wichtigster Spieler – und das um Meilen. Wir haben eines der grössten kanadischen Teams aller Zeiten geschlagen. Wir sind unheimlich stolz darauf.»
46 Jahre später
Auf den Tag genau 46 Jahre nach dem «Miracle on Ice» zelebrierten die USA also den nächsten Grosserfolg im Eishockey. Dazu passte auch, dass Mike Eruzione, einer der Helden von Lake Placid, dem amerikanischen Team vor dem Final in der Kabine einen Besuch abgestattet hat. Seine Botschaft: «Das Land brauche endlich neue Helden!»
Sieger auch die NHL
Schon den Frauen-Final hatten die USA gegen das Mutterland des Eishockeys gewonnen.
Für die nordamerikanische Profiliga NHL, welche die weltbesten Spieler erstmals seit 2014 wieder für die Winterspiele freigegeben hatte, war es das perfekte Turnierende. Auch die NHL zählt zweifellos zu den Siegern von Mailand 2026. Einziger Schönheitsfehler war, dass Sydney Crosby, der Kanada 2010 in Vancouver zum Overtime-Sieg gegen die USA geführt hatte, auch den Final verpasste, nachdem er sich in den Viertelfinals gegen Tschechien verletzt hatte.
Kanada – USA 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:1) n.V.
Mailand. – 11’510 Zuschauer (ausverkauft). – SR Dwyer/Rooney (CAN/USA), Cherrey/Hautamäki (CAN/FIN). – Tore: 6. Boldy (Matthews, Quinn Hughes) 0:1. 39. Makar (Toews) 1:1. 62. (61:41) Jack Hughes (Werenski) 1:2. – Strafen: je 3mal 2 Minuten.
Kanada: Binnington; Toews, Makar; Harley, Parayko; Sanheim, Doughty; Theodore; Celebrini, McDavid, MacKinnon; Suzuki, Marner, Stone; Bennett, Marchand, Wilson; Horvat, Hagel, Jarvis; Reinhart.
USA: Hellebuyck; McAvoy, Quinn Hughes; Faber, Slavin; Werenski, Sanderson; Hanifin; Brady Tkachuk, Matthew Tkachuk, Eichel; Boldy, Guentzel, Matthews; Larkin, Jack Hughes, Thompson; Miller, Nelson, Trocheck; Keller.
Bemerkungen: Kanada ohne Crosby (rekonvaleszent). – Schüsse: Kanada 42 (8-19-14-1); USA 28 (8-8-10-2). – Powerplay-Ausbeute: Kanada 0/3; USA 0/3.
