Nadja Kälin gewinnt nach historischem Exploit Bronze
Die Startnummer 13 wird für Nadja Kälin zur Glückszahl. Frida Karlsson fehlt, der Kampf um Bronze ist eröffnet. Die 24-Jährige schlägt über 50 km klassisch nach Silber im Team-Sprint wiederum zu.
Was als Zugabe gedacht war, endet im Val di Fiemme in einem historischen Exploit. «Als Kind träumst du davon, eine Medaille zu gewinnen. Und wenn du erwachsen wirst, merkst du, wie weit dieses Ziel weg ist», sagte die Engadinerin Nadja Kälin ins Mikrofon der SRF-Reporterin.
Das Rennen entwickelte sich von Beginn an hart. Ebba Andersson (Gold) und Heidi Weng (Silber) drückten früh aufs Tempo, die Bündnerin hingegen hielt sich zunächst zurück. Erst zur Rennhälfte tauchte sie in der Verfolgergruppe auf, die um Bronze kämpfte.
«Ich war wirklich nervös, weil man nie weiss, wie stark die anderen sind», sagte sie später. Das Tempo sei in der zweiten Hälfte kontrollierbar gewesen, «was mir recht war». In ihrem Kopf kreiste nur ein Gedanke: «Schonen, schonen, schonen. Und im Schlussanstieg machst du es dann wie der Klaebo.» Eine charmante Referenz an Dominator der Spiele und an die Kunst, im richtigen Moment zuzubeissen.
Und gleichwohl habe sie versucht, nicht an die Medaille zu denken, sondern sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren. Tatsächlich wirkte ihr Finish kalkuliert. Kein überhasteter Antritt, kein Zittern beim Umtreten in den Kurven nach den Abfahrten. Sie blieb bei sich, dachte nicht an Edelmetall, sondern an Technik, Rhythmus, Atmung.
Im Ziel brachen dann die Emotionen durch. Sie stand da und staunte über die eigene Geschichte. Letztes Jahr habe sie zwar einen Leistungsschub gemacht, doch das Ziel sei immer noch weit weg gewesen. «Und nun gehe ich mit zwei Medaillen nach Hause. Unglaublich.»
Was sie ursprünglich anstrebte? Ein olympisches Diplom mit einer Top-8-Klassierung. Nun verlässt sie das Val di Fiemme mit Silber und Bronze im Gepäck. Und die 13 glänzt wie Gold.
