Mathilde Gremaud kann Geschichte schreiben
Sport
16. Februar 2026

Mathilde Gremaud kann Geschichte schreiben

Mathilde Gremaud kann am Montag ein Stück Schweizer Sportgeschichte schreiben. Mit einem Sieg im Big Air wäre die Freiburgerin nach Vreni Schneider die zweite Schweizerin mit drei Olympiasiegen.

Gremaud gehört bereits zu den acht Schweizerinnen und Schweizern, die an Olympischen Winterspielen die meisten Podestplätze errungen haben. 2022 und 2026 wurde die aus der Gruyère-Region stammende Freeskierin im Slopestyle Olympiasiegerin, 2018 holte sie Silber in dieser Disziplin (hinter der Genferin Sarah Höfflin) und 2022 Bronze im Big Air. Und sie will noch mehr.

Mit einer fünften Medaille, egal aus welchem Metall, würde Gremaud mit der Glarner Skilegende Vreni Schneider gleichziehen (3 Gold-, 1 Silber- und 1 Bronzemedaille). Die Slalomfahrerin Wendy Holdener (1-2-2) und Fritz Feierabend (0-3-2), Bobfahrer in den 1940er-Jahren, sind die einzigen anderen Schweizer Athleten, die fünf olympische Medaillen an Winterspielen gewonnen haben.

«Ich habe das Potenzial»

Mathilde Gremaud, seit Peking 2022 die erfolgreichste Olympia-Athletin der Romandie inklusive der Sommerspiele, kann also am Montag ab 19.30 Uhr in Livigno erneut einen grossen Coup landen. Sie strebt ihren ersten Titel an einem Grossanlass im Big Air an, einer Disziplin, in der sie bereits viermal bei den X-Games triumphiert hat.

«Ich habe das Potenzial, bei diesen Olympischen Spielen 2026 einen zweiten Titel zu holen. Das motiviert mich», sagte Gremaud nach der mit dem 3. Platz hinter den grossen Rivalinnen Megan Oldham und Eileen Gu souverän bewältigten Qualifikation. «Ich habe in der Qualifikation nichts Verrücktes versucht», betonte sie.

«Bei meinen ersten beiden Versuchen habe ich zwei Sprünge gemacht, die ich beherrsche. Der dritte diente vor allem als Training», erklärte die zweifache Slopestyle-Weltmeisterin. «Es war eine super Qualifikation», fuhr sie fort.

«Ein verrückter Final»

«Ich wollte den ‚Nose Butter‘ versuchen», so Gremaud – ein Trick, den nur sie beherrscht. «Und es lief nicht wie geplant. Ich wollte nicht zu viel riskieren. Aber es war ein guter Versuch im Hinblick auf den Final.» In diesem geht es darum, in Bestform zu sein – wie an den jüngsten X-Games in Aspen, an denen sie sich durchgesetzt hat.

Nach der im Schongang bewerkstelligten Final-Qualifikation am Samstagabend lächelte Gremaud und war entspannt. Am Montag wird sie dann gefordert sein. «Es wird ein verrückter Final», betonte sie. «Ich muss mein Bestes geben und meine besten Sprünge zeigen.»