Luzerner Wey-Umzug zieht 45’000 Narrenfans an
Die Stadt Luzern hat am Güdismontag trotz garstigem Wetter einen weiteren ausgelassenen Fasnachtstag erlebt. Nach Angaben der Luzerner Polizei säumten 45'000 Personen die Strassen und Gassen, als der Wey-Umzug durch die Stadt zog.
Das sind 25’000 weniger als im Vorjahr, als bei strahlendem Sonnenschein schätzungsweise 70’000 Personen den Umzug durch die Stadt Luzern verfolgten. Heuer zeigte sich das Wetter weit wechselhafter: Zum Start des Umzugs war es trocken, doch im Verlauf wurde es zunehmend düster, bevor schliesslich Regen und Wind einsetzte. Einmal thronte sogar ein Regenbogen über der Stadt.
Angekündigt waren am Wey-Umzug 47 Nummern, wobei sich, wie jedes Jahr, auch «wilde» Gruppen unter den Tross mischten. Entlang der Umzugsroute vom Schweizerhofquai über die Seebrücke bis in die Neustadt verfolgten die verkleideten Narren den Auftritt der Wagenbauer und Guuggenmusigen.
Angeführt wurde der Umzug von der Wey-Zunft mit ihrem Meister «Berto» Margraf in der Kutsche, gefolgt vom grünen Frosch mit Krone, dem Wappentier der Wey-Zunft.
Tänzelnd am Strassenrand
Ein Blickfang waren etwa Schenkastico, eine Kulturfasnachtsgruppe aus Schenkon, die mit ihrer Raumkapsel Schweine ins Weltall schickte. Ein Lob verdiente auch die Stadtluzerner Wagenbaugruppe Conversio, die unter dem Motto «Marionetten der Zeit» ein grosses, leuchtend hellgrünes Chamäleon hinter sich zog oder die Zwätschgeräuber Meggen mit ihrem Motto «Dörenand im Zwärgliland», mit einem riesigen Adler auf ihrem Gefährt.
Für gute Stimmung am Strassenrand sorgten trotz mittlerweile himmeltraurigen Wetters die Bueri Chessler aus Buchrain, die passend zu ihrem Motto «Disco Fieber» tänzelnd der Umzugsroute entlangzogen.
Düster, mystisch und eher furchteinflössend ging es bei den zehn Gruppierungen der Kult-Ur-Fasnächtler unter dem gemeinsamen Motto «Varieté» zu und her. Das war gruselig schön umgesetzt!
Politisch wurde es bei Pegasus Bueri. Unter dem Motto «Schiigebiet Lozärn» nahmen sie ein geplantes Seilbahn-Projekt in der Stadt aufs Korn, das die Innenstadt entlasten und den Verkehr reduzieren soll. Die Gruppe integrierte einen Skilift in ihren Wagen, die Stadt Luzern wurde kurzerhand zum Wintersportort.
Zu sehen waren am Güdismontagnachmittag ferner Waldgeister, Gnomen oder Ernie und Bert von der Sesamstrasse, dargstellt von den Lozärner Chaote. Für Letztere gab es Applaus von den Fasnachtsfans am Strassenrand.
Fasnacht 2027 beginnt am 4. Februar
Seit dem Schmutzigen Donnerstag regiert in Luzern die «fünfte Jahreszeit». Am «Komische Frytig» und auch am «Rüüdige Samschtig» tauchten die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler die Stadt in ihr farbenfrohes Brauchtum. Selbst teilweise starker Regen konnte die Feierlaune nicht trüben: Am Samstag strömten laut Polizeiangaben tagsüber rund 50’000 Fasnachtsfans in die Gassen der Stadt Luzern.
Die närrischen Tage enden in Luzern in der Nacht auf Aschermittwoch. Zum Abschluss marschieren am Dienstagabend die Guuggenmusigen beim Monstercorso noch einmal lautstark schränzend durch die Leuchtenstadt.
Allzu lange muss sich das Narrenvolk nicht gedulden, bis die fünfte Jahreszeit wieder ruft. Im kommenden Jahr erwacht die Fasnacht früher als heuer, sie beginnt bereits am 4. Februar.
