US-Militär: Verlegung von IS-Gefangenen in Irak beendet
Die USA haben die Verlegung von Tausenden früheren Kämpfern der Terrormiliz IS aus Syrien in den Irak abgeschlossen.
Dabei wurden 5.700 männliche IS-Kämpfer in irakische Haftanstalten gebracht, wie das zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte, Centcom, mitteilte. Der 23 Tage dauernde Einsatz sei damit beendet.
«Wir schätzen es, dass der Irak hier eine Führungsrolle übernommen hat und anerkennt, dass der Transfer der Gefangenen für die Sicherheit der Region essenziell ist», sagte Centcom-Befehlshaber Admiral Brad Cooper der Mitteilung zufolge.
IS-Kämpfer konnten teils entkommen
Hintergrund für die Massnahme waren die Spannungen zwischen der neuen Regierung in Damaskus und der von Kurden dominierten Miliz SDF (Syrian Democratic Forces), die als US-Verbündete eine bedeutende Rolle bei dem militärischen Sieg gegen den IS gespielt hatte. Tausende IS-Kämpfer und deren Angehörige wurden in den vergangenen Jahren in Gefängnissen und Lagern in Nordostsyrien von den Kurden festgehalten, die dort eine autonome Verwaltung errichtet hatten.
Im Lauf der vergangenen Wochen wurden die SDF von der Zentralregierung unter der Führung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa mit Gewalt zurückgedrängt. Sie verliessen teils ihre Posten, wodurch auch IS-Anhänger entkommen konnten. Der deutsche Verfassungsschutz zeigte sich besorgt.
Die USA haben Damaskus als neuen Partner im Kampf gegen den IS akzeptiert und den Kurden ihre Unterstützung entzogen. Die SDF-Kämpfer sollen nun in die syrischen Streitkräfte eingegliedert werden. Aus Sicherheitsgründen verlegten die USA Tausende IS-Gefangene in den Irak. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind aber auch weiterhin IS-Kämpfer in Gefängnissen unter kurdischer Kontrolle.
Irak fordert von Europa Rücknahme von Staatsbürgern
Der irakische Regierungschef Schia al-Sudani hatte kürzlich die EU-Staaten dazu aufgefordert, ihre Staatsangehörigen unter gefangenen IS-Anhängern zurückzunehmen und sie vor Gericht zu stellen. Nach Angaben des irakischen Aussenministers Fuad Hussein gibt es neben Bürgern arabischer und mehrheitlich muslimischer Länder auch Europäer unter den Gefangenen.
Europäische Länder gehörten zu den zurückhaltendsten bei der Rücknahme ihrer Staatsangehörigen, sagte Hussein bei der Sicherheitskonferenz in München nach Angaben der irakischen Nachrichtenagentur INA. Gleichzeitig forderte er mehr finanzielle Unterstützung aus dem Westen.
