Noémie Wiedmer trotz tollem Auftritt ohne Medaille
Sport
13. Februar 2026

Noémie Wiedmer trotz tollem Auftritt ohne Medaille

Noémie Wiedmer qualifiziert sich in Livigno souverän für den Olympia-Final der Boardercrosserinnen. Am Ende wird die Berner Oberländerin als Vierte trotz tollem Auftritt mit keiner Medaille belohnt.

Noémie Wiedmer gelingt im olympischen Boardercross-Rennen in Livigno ein Top-Auftritt. Die 18-jährige Bernerin qualifiziert sich souverän für den Olympia-Final, in welchem sie als Vierte knapp ohne Medaille bleibt.

Wiedmers (fast) perfekter Tag in Norditalien begann schon am Morgen mit Rang 3 in der Qualifikation, inklusive der zweitbesten Reaktionszeit am Start. Wenige Stunden später folgte der souveräne Vorstoss der Olympia-Debütantin in den Final: im Achtel-, Viertel- und Halbfinal hielt sie sich dank tollen Starts immer in den Top 2.

Im Final übernahm Wiedmer nach dem Start ebenfalls die Führung, doch musste sie sich auf der fast eineinhalb Kilometer langen Strecke nach und nach von den deutlich routinierteren Konkurrentinnen überholen lassen.

Gold sicherte sich in einer sehr knappen Entscheidung die Australierin Josie Baff vor der Tschechin Eva Adamczykova (Olympiasiegerin 2014 in Sotschi) und der Italienerin Michela Moioli, der Olympiasiegerin 2018 in Pyeongchang.

Handgelenkbruch im Dezember

Was Wiedmers Abschneiden noch bemerkenswerter macht: Nach einem Ende Dezember erlittenen Bruch des rechten Handgelenks konnte Wiedmer im Januar keine Rennen bestreiten. Doch die Berner Oberländerin aus Oey im Diemtigtal fand in Livigno sofort Gefallen an der Strecke.

Wiedmer war 2024 Jugend-Olympiasiegerin und WM-Zweite bei den Juniorinnen. Ihr Debüt im Weltcup gab sie im Dezember 2024 mit Rang 5. Ihr bestes Resultat ist der 4. Platz im vergangenen März in Gudauri in Georgien. Heuer war sie vor Weihnachten Elfte in Cervinia, die weiteren Weltcup-Rennen verpasste sie aufgrund ihrer Verletzung.

Letzte Schweizer Olympia-Medaille vor 16 Jahren

Wiedmer hätte mit ihrem Exploit beinahe für die erste Schweizer Olympia-Medaille bei den Boardercrossern seit 16 Jahren gesorgt. 2010 in Vancouver gewann die Neuenburgerin Olivia Nobs die Bronzemedaille. Unvergessen bleibt auch 2006, als sich Tanja Frieden in Turin bei der olympischen Premiere der Sportart zur Olympiasiegerin krönte.

Auch an Weltmeisterschaften gab es aus Schweizer Sicht ab 2009 eine lange Durststrecke, ehe im vergangenen März bei der Heim-WM im Engadin Valerio Jud und Sina Siegenthaler im Mixed-Teamwettkampf Bronze holten.

10. Rang für Siegenthaler

Siegenthaler schied bei ihrer zweiten Olympia-Teilnahme nach 2022, als sie in Peking 16. geworden war, in den Viertelfinals aus. Für die Emmentalerin aus Schangnau resultierte in Livigno der 10. Schlussrang.

Für die Olympia-Debütantinnen Aline Albrecht (20.) und Anouk Dörig (25.) war in den Achtelfinals Endstation.