Das beste Geburtstagsgeschenk für Mathilde Gremaud
Mathilde Gremaud hängt sich am Montag in Livigno im Slopestyle Gold um. Doch die 26-Jährige aus Gruyère musste kämpfen. Ein Sturz im letzten Training vor dem Final wirkte nach.
Olympische Spiele ohne Zwischenfälle gibt es bei Mathilde Gremaud scheinbar nicht. Vor vier Jahren in Peking hatte sie den Final als Zwölfte mit nur wenigen Punkten Vorsprung gerade noch erreicht. Dieses Mal musste sie gegen Schmerzen kämpfen. Am Sonntag feierte die Freiburgerin ihren 26. Geburtstag mit einem Sturz. Am Montag passierte es ihr im letzten Training vor dem Wettkampf erneut.
Schreckmoment im Training
«Ich habe mir bei meinem letzten Lauf eine dicke Beule zugezogen. Das war ziemlich heftig. Ehrlich gesagt dachte ich 30 Sekunden lang: ‚Das wars dann wohl‘. In diesem Moment haben mich der Arzt und der Physiotherapeut ein wenig aufgemuntert, und ich glaube, das hat mich entspannt.»
Gremaud sagte, dass sie in diesem Winter und während ihrer Vorbereitung nicht viele Probleme hatte. Und als gute Spitzensportlerin gab sie angesichts des jüngsten Hindernisses nicht auf: «Als ich diesen schweren Sturz hatte, atmete ich tief durch und nahm mir etwas Zeit. Dann habe ich die Herausforderung angenommen. Ich glaube, es hat mir geholfen, zu akzeptieren, dass dies die Herausforderung für diese Spiele war. Vor einigen Monaten hatte ich diesen kleinen Gedanken im Kopf, der mir sagte, dass ich die Herausforderung annehmen muss, wenn sie sich stellt – dass das das Wichtigste ist. Ich glaube, das ist das, was mich heute gerettet hat: dass mir dieser kleine Satz im Kopf geblieben ist.»
Der geschundene Körper
Auf die Frage nach der Art ihrer Verletzungen erwähnte die zweifache Olympiasiegerin Schmerzen in der Schulter und im Finger. Hinzu kamen dicke Blutergüsse auf ihrer rechten Seite und weitere entlang ihres Oberschenkels. «Die Physiotherapeutin fragte mich, ob ich eine vollständige Untersuchung wolle oder ob sie nur etwas tun solle, um die Symptome zu bekämpfen», erklärte sie. «Ich habe mich für Zweiteres entschieden, weil ich mir dachte, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war. Ich bat um Schmerzmittel und Entzündungshemmer, dann klopfte sie mir kräftig auf die Schulter, und schon ging es wieder. Letztendlich war es ein toller Tag.»
Und zum Schluss: Wo ordnet Gremaud diese vierte olympische Medaille ein? «Ich denke, jede neue Medaille steht ganz oben auf der Liste, sie krönt das Ganze. Mit den Zuschauern und den Angehörigen, die heute da waren, herrschte eine ganz andere Atmosphäre. Wir konnten die Emotionen live teilen, gemeinsam im Zielbereich und nicht über Bildschirme. Ich weiss, dass sie auch ohne mich eine tolle Zeit hatten, als ich am anderen Ende der Welt war. Aber es ist schon cool, das zusammen erleben zu können und die Energie und Liebe zu spüren, die ich von allen Fans und meiner Familie bekommen habe.»
