Johnson gewinnt Gold, Vonn stürzt schwer
Die Amerikanerin Breezy Johnson gewinnt Gold in der Olympia-Abfahrt vor der Deutschen Emma Aicher und Sofia Goggia aus Italien. Um Lindsey Vonn spielt sich ein Drama ab.
Breezy Johnson und Grossanlässe – das passt. Die 30-Jährige sicherte sich als weibliches Pendant zu Franjo von Allmen nach dem WM-Titel in Saalbach auch in Cortina d’Ampezzo die Goldmedaille in der Abfahrt. Sie setzte sich auf der Piste Olimpia delle Tofane hauchdünn gegen Emma Aicher durch. Die 22-jährige Deutsche war die Einzige, die Johnson so richtig gefährden konnte. Am Ende fehlten der Allrounderin, die in Schweden aufgewachsen ist und als Teenager drei Jahre in Engelberg lebte, lediglich vier Hundertstel zu Gold.
Bronze ging an Sofia Goggia. Die Italienerin hat somit einen kompletten Medaillensatz an Olympischen Spielen gewonnen, nachdem sie 2018 Olympiasiegerin in der Abfahrt wurde und vor vier Jahren in der Königsdisziplin Silber holte. Umso höher einzustufen ist Goggias Leistung, da sie bei hohen Temperaturen spät ins Rennen stieg, nachdem sich um Lindsey Vonn ein Drama abgespielt hatte.
Der Traum der Amerikanerin vom zweiten Abfahrts-Gold an Olympischen Spielen nach 2010 war nach zwölf Fahrsekunden zu Ende. Die 41-Jährige hängte nach einem Sprung mit dem rechten Arm im Tor ein, verdrehte sich und schlug hart auf der Piste auf. Vonn blieb liegen, das Rennen wurde lange unterbrochen und die «Speed-Queen» schliesslich mit dem Helikopter abtransportiert. Vonn hatte nach ihrem Comeback vor etwas mehr als einem Jahr alles auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Nach ihrem Sturz in der Vorwoche in Crans-Montana stand sie gar mit einem gerissenen Kreuzband im linken Knie am Start. Das Risiko zahlte sich für sie nicht aus.
Die Schweizerinnen konnten wie erwartet nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Als beste Athletin von Swiss-Ski klassierte sich Corinne Suter mit fast zwei Sekunden Rückstand im 14. Rang. Noch vor vier Jahren hatte die Schwyzerin in Peking Gold geholt, 2021 wurde sie in Cortina Abfahrts-Weltmeisterin. Janine Schmitt (17.), Jasmine Flury (19.) und Malorie Blanc (20.) gingen mit frühen Startnummern ins Rennen, konnten jedoch nicht von den guten Bedingungen profitieren. Das Teamresultat widerspiegelt die bescheidenen Schweizer Leistungen in der bisherigen Speed-Saison.
