Wer soll die Geschwister Domen und Nika Prevc stoppen?
Sport
30. January 2026

Wer soll die Geschwister Domen und Nika Prevc stoppen?

Predazzo wird zur Bühne des Skispringens bei den Winterspielen und wohl zur grossen Bühne der slowenischen Prevc-Geschwister. Das Schweizer Quartett landet derzeit etliche Meter hinter der Spitze.

Domen Prevc und seine Schwester Nika dominieren den Winter mit einer Deutlichkeit, die im Skispringen selten ist. Er gewann bis zum 25. Januar neun der letzten 13 Weltcupspringen, entschied die Vierschanzentournee für sich und krönte sich ausserhalb des Weltcups zum Skiflug-Weltmeister. Sie feierte in 22 Events 13 Siege, gewann ebenfalls die Tournee und verpasste nur viermal das Podest.

In Predazzo entscheidet zwar nicht die bisherige Saison, sondern der Moment. Doch die Chance ist gross, dass die Familie Prevc abräumt: Männer- und Frauen-Wettkampf je auf der Gross- und der Kleinschanze, Mixed-Springen und das neue Männer-Format Super-Team eröffnen in der Theorie zehn Möglichkeiten, dass der Name Prevc zuoberst steht und die slowenische Nationalhymne erklingt.

Konkurrenz aus Japan und Österreich

Japan gilt als erster Herausforderer. Der Olympiasieger Ryoyu Kobayashi scheint einmal mehr für einen Grossanlass bereit zu sein. Als Weltcup-Zweiter liegt er noch vor dem Aufsteiger Ren Nikaido. Bei den Frauen setzt Nozomi Maruyama, die mit drei Saisonsiegen gestartet war, darauf, wieder zu ihrer Topform zu finden. Danach folgt Österreich, das mehr Trumpfkarten in den Händen hält als Deutschland oder Norwegen.

Bei der Schweizer Equipe ist es nicht angebracht, von möglichen Podestplätzen zu sprechen. Das Potenzial besässe einzig Gregor Deschwanden, doch der Routinier aus Horw kommt in diesem Winter nicht auf Touren. Als 24. im Weltcup-Zwischenklassement muss er sich bei seinen vierten Olympischen Spielen wohl auf eine persönliche Bestmarke konzentrieren. Platz 14 auf der grossen Schanze in Sotschi 2014 bleibt bislang das Highlight unter den fünf Ringen.

Für ein Trio geht der Olympia-Traum in Erfüllung

Sandro Hauswirth, der seit der Vierschanzentournee aufblüht, sowie Felix Trunz und Sina Arnet begleiten Deschwanden ins Val di Fiemme. Für das Trio geht bereits mit der Teilnahme ein Olympia-Traum in Erfüllung. Die Selektionskriterien von Swiss Olympic waren für ihr Potenzial zu Saisonbeginn hoch angesetzt, ein ambitioniertes Ziel, das sie nun ohne Diskussion erfüllten.

Das Männerteam ist wieder breiter aufgestellt. Anfänglich durften sieben Springer auf eines der drei Tickets hoffen. Zuletzt mündete der Kampf um die letzte Fahrkarte in ein Duell zwischen Trunz und Simon Ammann, das zugunsten des 19-Jährigen ausging.

Bei den Frauen fliegt Sina Arnet derzeit allein auf weiter Flur. Gemäss Selektionskonzept hätte Swiss-Ski für den Mixed-Wettkampf bei drei erfüllten Einzellimiten eine zweite Frau beantragen können, doch man nahm diese Option nicht wahr. Derzeit springt keine zweite Schweizer Frau olympiawürdig.