Fanny Smith und die physischen Fragezeichen
Die Vorzeichen bei Fanny Smith sind nicht optimal im Hinblick auf ihre fünften Olympischen Spiele. Die 33-Jährige aus dem Kanton Waadt plagen Rückenschmerzen.
Fanny Smith hat Glück im Unglück. Da der Skicross-Wettbewerb am Freitag, 20. Februar, und somit am drittletzten Tag der Olympischen Spiele stattfindet, hat die Westschweizerin mehr Zeit, um sich zu erholen. Denn zusätzlich zu den Beschwerden, die sie seit letztem Sommer plagen, hatte sie bei den jüngsten Weltcup-Rennen in Veysonnaz mit einem blockierten Rücken zu kämpfen.
Als Neunte des Rennens am Freitag erklärte sie, dass sie vor dem Viertelfinal starke Rückenschmerzen hatte. Daher verzichtete sie logischerweise darauf, am Samstag an den Start zu gehen. Auch den letzten Wettkampf vor den Olympischen Spielen am Wochenende in Val di Fassa wird sie auslassen.
Anpassungen erforderlich
Vor den Rennen in Veysonnaz, als ihr Rücken noch nicht blockiert war, stellte sich die Waadtländerin den Fragen der Journalisten. Sie ging insbesondere auf das ein, was sie seit dem Sommer behindert, ohne jedoch zu sehr ins Detail zu gehen. Die amtierende Weltmeisterin, die an Olympischen Spielen zweimal Bronze gewonnen hat, sprach von einer anderen Vorbereitung, bei der «alles, was mit Beugen zu tun hat, sehr kompliziert ist». Dies habe sie gezwungen, ihre gesamte körperliche Vorbereitung zu überdenken. «Ich konzentriere mich mental auf das, was mir meine Trainer sagen. Ich bin mehr oder weniger in Form.»
In der Vorsaison habe sie nicht wie gewohnt Sprünge oder Beweglichkeitsübungen machen können. «Wir mussten uns anpassen und etwas banalere Übungen machen», so Smith. «Für mich ist das mental ziemlich schwierig, weil ich weiss, dass das, was ich so viele Jahre lang gemacht habe, funktioniert. Und jetzt mussten wir das Ganze ein wenig überdenken, und ich konnte meine Explosivität nicht trainieren.» Mit vier Podestplätzen in sechs Rennen dieser Saison hat Fanny Smith bewiesen, dass sie die körperlichen Beschwerden auf der Piste beiseite schieben kann.
16 Jahre an der Spitze
Dies wird sie auch in Livigno tun, wo sie die Unterstützung des Schweizer Publikums und ihrer Familie haben wird. «Letztendlich dauern die Spiele für uns nur einen Tag», sagt Smith. «Also sind diese fünf Teilnahmen an den Olympischen Spielen letztlich fünf Wettkampftage. Das ist eigentlich ziemlich kurz, wenn man bedenkt, dass man jahrelang dafür trainiert.»
Hätte sie sich nach 2010 und ihren ersten Olympischen Spielen in Vancouver vorstellen können, dass sie 16 Jahre später immer noch zu den Besten gehören würde? «Wenn man mir das gesagt hätte, hätte ich es einfach nicht geglaubt. Diese Karriere, diese Langlebigkeit: Es ist verrückt, immer noch dabei zu sein und um den Sieg mitzukämpfen. Es ist ziemlich aussergewöhnlich zu sehen, dass diese verrückte Wette, die wir damals eingegangen sind, am Ende aufgegangen ist.»
Testfahrten in Livigno
In Livigno hofft Fanny Smith, dass es wieder «klappt». Bislang konnte noch niemand die Piste testen. Als die Schweizer im November ihr Trainingslager in St. Moritz aufschlugen, machten sie einen Abstecher, um sich den schneefreien Hang sowie die Umgebung (Hotel, Skiraum usw.) anzusehen. «Ich habe neue Veranstaltungen und neue Weltcup-Disziplinen immer gemocht», sagt Smith. «Veränderungen haben mir schon immer gefallen.»
Vor den Olympischen Spielen wird es einen zweitägigen Testevent in Livigno geben. Wie viele Läufe die Athleten absolvieren dürfen, ist noch nicht klar. «Aber selbst wenn es nur zwei pro Tage sind, sind das schon vier Läufe», sagt die Waadtländerin. «Das ist schon viel mehr als beim Weltcup. Ausserdem werden wir zwei Tage vor dem Wettkampf noch trainieren. Für mich ist das fast zu viel Training.» Letztendlich gibt es noch viele offene Fragen, die Fanny Smith am Tag X auf der Piste gerne beantworten würde.
