Kongresshalle: Nürnberger Nazibau wird zum Kulturort
Die von den Nazis erbaute Kongresshalle in Nürnberg soll zum Kulturort werden. Der Nürnberger Stadtrat hat entschieden, den Ausbau an ein Bauunternehmen zu vergeben, das bereits ein Opernhaus-Provisorium im Innenhof der Kongresshalle baut.
Der Ausbau der Kongresshalle geht auf einen Entwurf des Architekturbüro LRO zurück. Nach Angaben der Stadt sollen 2028 im Inneren der Kongresshalle das Theater-Foyer, Abendkasse, Büro, Werkstätten, Proberäume sowie Ateliers und Veranstaltungsräume für die freie Kulturszene entstehen. Dabei solle behutsam mit dem historischen Bestand hinsichtlich Erinnerungskultur und Denkmalschutz umgegangen werden.
Konkret bedeutet das etwa, dass Decken und Wände in dem monumentalen Bauwerk zwar gereinigt, aber nicht gestrichen oder verputzt werden. Kabel sollen sichtbar auf den Wänden verlegt werden. Dadurch soll die rohe Anmutung erhalten bleiben.
Von den Nazis nie fertiggestellt
Die Nationalsozialisten hatten die Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände eigentlich als Machtdemonstration geplant, diese aber nie fertig gestellt. Bis heute steht nur ein hufeisenförmiger Rohbau, der später Treppenhäuser und Toiletten beherbergen sollte. Die eigentliche Halle fehlt, stattdessen existiert nur ein Innenhof.
Für rund 296 Millionen Euro soll sich das Bauwerk nun zum Kulturareal wandeln, mehr als 7000 Quadratmeter sind dabei für die freie Kunst- und Kulturszene vorgesehen. Während das historische Opernhaus in der Innenstadt saniert wird, wird das Staatstheater dort ebenfalls vorübergehend einziehen. Im Innenhof entsteht dafür eine Ausweichspielstätte, die später für Musik und Theater erhalten bleiben soll.
