Deschwanden mit Platz 22 bester Schweizer
Sport
29. December 2025

Deschwanden mit Platz 22 bester Schweizer

Zum Auftakt der Vierschanzentournee landen die Schweizer Skispringer im Mittelfeld. Derweil dominiert Domen Prevc die Konkurrenz und verschafft sich ein grosses Punktepolster.

Auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf erreichte Gregor Deschwanden den 22. Rang, Sandro Hauswirth klassierte sich als 25., Simon Ammann musste sich mit Platz 34 begnügen und verpasste den Finaldurchgang.

Im Schweizer Team rückte trotz fehlender Spitzenplätze vor allem Sandro Hauswirth ins positive Licht. Der Gstaader bestätigte seine Konstanz und sprang zum vierten Mal in Serie in die Weltcup-Punkteränge. Der 25-Jährige arbeitete sich in den vergangenen Wochen zur klaren Nummer 2 im Team empor. Zudem hat er die von Swiss Olympic geforderten zwei Top-25-Klassierungen für die Winterspiele im kommenden Februar vollständig erfüllt, die Resultate 29, 26, 23 und 25 zeugen von Stabilität auf solidem internationalem Niveau. Hauswirth nutzt die Bühne der Tournee, um seine Ambitionen im internen Konkurrenzkampf zu untermauern.

Gregor Deschwanden blieb unterdessen hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Unter sehr fairen Bedingungen verlor der Luzerner mit Sprüngen auf 127 und 128 m zehn und mehr Meter auf die Besten. Damit fehlte ihm die Weite, um weiter vorne einzugreifen. Immerhin leitete er in Oberstdorf eine leichte Aufwärtstendenz ein, nachdem er kurz vor Weihnachten in Engelberg zweimal die Punkteränge verpasst hatte. Der Auftritt im Allgäu deutet darauf hin, dass er den Tiefpunkt überwunden hat.

Simon Ammann zeigte einen durchzogenen Wettkampf. Nach einem Sprung auf 122 m vergab er mit den Stilnoten weitere Punkte. Dabei wäre im K.o.-Duell ein Weiterkommen möglich gewesen. Halvor Granerud, Sieger der Vierschanzentournee 2023, präsentiert sich derzeit ausser Form und war schlagbar.

Prevc im Höhenflug

An der Spitze setzte der Weltcup-Leader Domen Prevc ein deutliches Ausrufezeichen. Der Slowene gewann hoch überlegen und verwies den österreichischen Tournee-Vorjahressieger Daniel Tschofenig auf Platz 2 – Timi Zajc, zunächst ebenfalls Zweiter, wurde wegen eines fehlerhaften Anzugs nachträglich disqualifiziert. Mit Flügen auf 141,5 und 140 m bewegte sich Prevc in einer eigenen Liga. Sein Vorsprung auf Tschofenig entspricht umgerechnet bereits rund zehn Metern. Sollte es dem Slowenen gelingen, diese Form über die kommenden Tage zu konservieren, zeichnet sich ab, dass er sich am Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen vorentscheidend absetzen wird.

Im Vergleich der Nationen unterstrichen insbesondere die Österreicher mit fünf Top-Ten-Springern ihre Stärke. Auch Deutschland, das seit 2002 auf einen Tourneesieg wartet, darf weiter hoffen, obwohl der Dominator Prevc kaum zu schlagen ist. Felix Hoffmann belegte als bester Athlet aus dem Team von Bundestrainer Stefan Horngacher Platz 3. Philipp Raimund, dessen Vater die Schweizerin Sina Arnet trainiert, landete im 5. Rang. Ryoyu Kobayashi aus Japan – Olympiasieger, zweifacher Gesamt-Weltcupsieger und dreifache Tourneesieger – scheint als Sechster bereit zu sein, falls Prevc Schwächen zeigt oder vom Wetter ausgebremst wird.