Gewerkschaft fordert von den SBB eine Reallohnerhöhung

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV fordert eine Reallohnerhöhung für die SBB-Angestellten. Damit soll nicht nur die Teuerung ausgeglichen, sondern die verschiedenen Berufe sollen angesichts des Personalmangels auch attraktiver gemacht werden.

Die SBB hätten in verschiedenen Berufen Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen, wird SEV-Vizepräsidentin Valérie Solano in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert. Ausserdem werde der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Zukunft noch mehr Personal erfordern.

Dazu komme, dass die SBB «den grössten Teil der Stellen» nun auch mit einem Teilzeitpensum ab 60 Prozent ausschreibe: Doch ohne Lohnerhöhungen könne sich in gewissen Branchen niemand eine 60-Prozent-Stelle leisten.

Zusammen mit Solano machten verschiedene SBB-Berufsgruppen vor dem Bahnhof Bern ihre Gründe für die Lohnforderungen geltend: Für das Zugpersonal zum Beispiel habe die Teuerung grosse Auswirkungen, weil sie auch für die letzten und ersten Züge zuständig seien und deswegen mit dem Auto zur Arbeit fahren müssten.

Das Baupersonal argumentierte, dass nur mit einer Lohnerhöhung die Attraktivität der Berufe für Junge erhöht werden könne. Ausserdem müssten die tiefen Einkommen gestärkt werden. Beim Lokpersonal herrsche nach wie vor Personalmangel, und die Lokführer seien dadurch immer wieder gezwungen, an freien Tagen zu arbeiten.

Bei den technischen Diensten verliessen viele junge Mitarbeitende das Unternehmen, weil sie mit dem Lohn nicht zufrieden seien. Dadurch erhöhe sich die Arbeitsbelastung für die Älteren. In der Folge würden es diese vorziehen, in den Vorruhestand zu gehen. Und dadurch gehe wiederum viel Fachwissen verloren und darunter leide auch die Sicherheit im Betrieb.

Gemäss Patrick Kummer, Lohnspezialist bei SEV, haben die SBB die Löhne des Personals seit Jahren nicht mehr erhöht. Deswegen sei es «höchste Zeit» für eine Reallohnerhöhung, vor allem für die tiefen Gehälter.