YB spielt gegen seinen Angstgegner Servette

Die Young Boys wollen in der 31. Runde der Super League zurück auf Platz 1. Doch sie haben ein Problem: Gegen Servette siegten sie in dieser Saison noch nie.

Die Genfer sind dabei mehr als bloss ein Riesentöter. Seit zwölf Runden halten sie sich in den Top 4. Vor dem Corona-Unterbruch hat Servette 1,6 Punkte pro Spiel geholt. Diesen Schnitt konnte er Aufsteiger seit dem Wiederbeginn vor etwas mehr als drei Wochen nicht halten. In sieben Spielen holten die Genfer acht Punkte (1,14). Dennoch spricht man weiterhin zu Recht vom erstaunlichen Aufsteiger. Noch immer sind die Genfer auf Platz 4 klassiert – und damit auf Kurs Richtung Europacup.

Der etwas schwächere Punkteschnitt liegt in den vielen Unentschieden begründet (5), die Servette in den letzten Wochen den Gegnern hat zugestehen müssen. Die Leistungen hinter den Resultaten sind aber weiterhin gut. Servette spielt attraktiv, technisch überdurchschnittlich und taktisch variabel. Am Sonntag setzten die Westschweizer Leader St. Gallen beim 1:1 gehörig zu. Sinnbild dafür war der leidende FCSG-Trainer Peter Zeidler, der den Schlusspfiff richtiggehend herbeisehnte. Wenige Tage zuvor hatte Servette im eigenen Stadion auch schon den Young Boys Punkte abgenommen.

Überhaupt: Gegen die Young Boys, den Gegner vom Mittwoch, behauptet sich der Aufsteiger in dieser Saison besser als jedes andere Team der Super League. Nur Servette hat gegen den Meister noch nie verloren. Es ist in den Duellen zwischen Bernern und Genfern fast so, als sei die Kopie besser als das Original. Servettes Trainer Alain Geiger wird nämlich nicht müde zu erwähnen, wie viel er von der Arbeit von YB-Trainer Gerardo Seoane hält, und dass Servette als Klub die Young Boys zum Vorbild habe.

Während Servette in der 31. Runde versucht, den 4. Platz zu verteidigen und die Young Boys wieder auf den Leaderthron vorrücken wollen, ist für Neuchâtel Xamax der Auftritt zuhause gegen Sion schon fast das Spiel der letzten Chance. Verliert Xamax, vergrössert sich das Handicap auf die derzeit im vorletzten Platz klassierten Walliser auf zehn Verlustpunkte. Und der Abstand zu Thun (auswärts gegen Lugano) beträgt jetzt schon fünf Punkte.

Die Aufgabe des neuen Xamax-Trainers Stéphane Henchoz ist schwer genug. Und eine spezielle Statistik macht sie noch schwieriger. Der FC Sion hat seit dem Aufstieg 2006 noch nie im ersten Spiel gegen einen Ex-Trainer verloren. Henchoz war bis im letzten Oktober Trainer im Wallis – nun tritt er zum ersten Mal gegen seinen Ex-Klub an.