Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Die Gewalt gegen Polizisten nimmt auch im Kanton Schwyz zu. (Bild: Keystone)

Im letzten Jahr haben Gewalt und Drohung gegen Beamte stark zugenommen– eingeschlossen sind nebst Polizisten etwa Betreibungsbeamte, aber auch sonstige Mitarbeitende des Staatswesens.

Dem Schwyzer Polizeikommandanten Damian Meier bereiten die vermehrten Verzeigungen wegen Gewalt und Drohungen gegen Beamte Sorgen. Lag die Fallzahl 2018 noch bei 29, stieg sie im letzten Jahr auf 40 an. «Hier gilt Null-Toleranz, solche Übergriffe werden konsequent verfolgt», sagt er deshalb unmissverständlich.

Gründe für den Anstieg kann Meier keine ausmachen. Bisher sei der Kanton Schwyz eher unterdurchschnittlich von Gewalt und Drohung gegen Beamte betroffen gewesen. «Nun fand eine – natürlich unschöne – ‹Angleichung› an den schweizweiten Trend statt.» Die polizeiliche Kriminalstatistik weise in diesem Bereich schweizweit eine Zunahme um 204 Delikte (+6,4 %) aus. Im letzten Jahr sei mit 3251 Verzeigungen wegen Gewalt und Drohung gegen -Behörden und Beamte der höchste Wert des letzten Jahrzehnts verzeichnet worden.

Immerhin: Im Kanton Schwyz beschränkt sich die Drohung und Gewalt laut Meier häufig auf den verbalen Bereich. Ab und zu komme es aber auch zu körperlichen Übergriffen. «Glücklicherweise wurden dabei im letzten Jahr keine Polizisten erheblich verletzt und es waren keine stationären Behandlungen in Spitälern notwendig.»

Aber wie gehen Polizistinnen und Polizisten damit um, wenn sie angegriffen werden? Meier: «Das beschäftigt die betroffenen Kolleginnen und Kollegen stark.» Umso wichtiger sei der Support durch Kameradinnen und Kameraden sowie die Vorgesetzten. «Wir alle stehen in der Pflicht, hinzuschauen und Übergriffe konsequent zu ahnden.»

Oft Alkohol im Spiel

Gewalt und Drohung gegenüber Polizistinnen und Polizisten wird laut Meier bereits in der Polizeischule thematisiert und es werden auch Deeskalationstechniken geübt. Auch später werde das Thema immer wieder aufgegriffen. Nach belastenden Einsätzen würden zudem standardisierte Debriefings stattfinden. Bei Bedarf könnten auch Polizeipsychologen anderer Korps beigezogen werden. «Zudem stehen intern speziell geschulte Kolleginnen und Kollegen, sogenannte Peers, zur Verfügung.»

Bezüglich der Einsatzarten sind es laut Meier häufig Interventionen und Kontrollen im öffentlichen Bereich, welche Übergriffe zur Folge haben. Man stelle zudem fest, dass in zahlreichen Fällen übermässiger Alkoholkonsum eine Rolle spielt. «Für uns ist klar: Gewalt und Drohungen gegenüber unseren Mitarbeitenden werden nicht toleriert und rigoros zur Anzeige gebracht.»

Mehr zum Thema in der Print-Ausgabe vom «March-Anzeiger» und vom «Höfner Volksblatt» vom Freitag, 3. April.

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