Türkei bombardiert nach Luftangriff Stellungen in Syrien

Als Vergeltung für Luftangriffe auf türkische Verbände in Nordsyrien mit mehr als 20 Toten hat die türkische Armee Stellungen der syrischen Regierungstruppen attackiert.

Die Stellungen der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad seien in der Nacht zum Freitag aus der Luft und vom Boden aus angegriffen worden, teilte ein Sprecher des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan mit. Die Angriffe würden fortgeführt, kündigte er an.

Zuvor war die Lage in der Rebellenhochburg Idlib in Syrien eskaliert. Offiziellen Angaben zufolge starben dort unter syrischem Beschuss mindestens 22 türkische Soldaten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan leitete nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu unverzüglich eine Sondersitzung zu Idlib in Ankara ein.

Konvoi bombardiert

Auch die grösste Oppositionspartei CHP soll eine Sitzung zu Idlib einberufen haben. Nach Angaben von Anadolu telefonierte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Der Vorsitzende der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte der Deutschen Presse-Agentur, 34 türkische Soldaten seien getötet und zehn weitere verletzt worden. Syrische Kampfflugzeuge hätten einen Konvoi der Soldaten südlich der Stadt Sarakib bombardiert. Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham forderte angesichts der Eskalation eine Flugverbotszone in Idlib.

Idlib ist das letzte grosse Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland. Die Situation dort war jüngst eskaliert. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt islamistische Rebellen. Mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung hatte sie ein Abkommen getroffen, um in Idlib eine Deeskalationszone einzurichten und hatte dort Beobachtungsposten eingerichtet.

Waffenruhe gebrochen

Eigentlich gilt auch eine Waffenruhe. In den vergangenen Wochen war das syrische Militär mit russischer Unterstützung aber weiter in dem Gebiet vorgerückt. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Nach UNO-Angaben sind seit Anfang Dezember fast 950’000 Menschen vor der Gewalt geflohen. Helfer beklagen eine katastrophale humanitäre Lage. Es fehlt an Unterkünften, Lebensmitteln, Heizmaterial und medizinischer Versorgung. Hilfsorganisation sprechen vom schlimmsten Flüchtlingsdrama seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor fast neun Jahren.

Kremlchef Wladimir Putin dämpfte am Donnerstag die Hoffnungen auf einen vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgeschlagenen Syrien-Gipfel, an dem auch Deutschland und Frankreich teilnehmen sollen. Erdogan wolle dort mit Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Lage in Idlib reden.