«Gut gemeinte Tat» endet vor dem Einzelrichter

Ein 45-jähriger Chauffeur verkaufte auf ricardo.ch ein Auto, das kurz darauf ein Rad verlor. Der Mann musste sich nun vor dem Bezirksgericht March wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines Fahrzeuges verantworten. (Bild: zvg)

Eigentlich wollte der Beschuldigte mit seinem Vorhaben nur jemandem eine Freude machen. Im Nachhinein hätte er darauf wohl besser verzichtet.

Im Frühjahr 2017 wechselte der 45-jährige Chauffeur an einem Peugeot sämtliche Räder, wobei er auf den Aufstandsflächen der Radschrauben und in den Schrauben ein Maschinenfett anbrachte, so dass der Kontakt zwischen den Radträgern und den Rädern ungenügend war. So zumindest steht es im Strafbefehl vom August 2018, gegen den der Beschuldigte Einsprache erhob. Dass er die Räder wechselte, stritt der im Aargau wohnhafte Mann nicht ab. Für das, was danach jedoch geschah, sieht er sich nicht verantwortlich. Nach dem Radwechsel sei er mit dem Auto abgefahren und habe nach einigen Kilometern ein Geräusch wahrgenommen, weshalb er sofort stoppte und das Auto auf einem Bauernhof bei einem Freund abstellte.

«Vielleicht kann jemand die Teile noch gebrauchen», dachte sich der Angeklagte und stellte den Peugeot da-raufhin auf die Online-Plattform ricardo.ch, und zwar für 100 Franken und mit dem Hinweis, dass das Fahrzeug zwar fahrbar, aber ein Geräusch zu vernehmen sei. «Ich wollte keinen Profit aus dem Verkauf schlagen, sondern den Wagen einfach loswerden.» Tatsächlich ersteigerte jemand den Personenwagen für 1900 Franken, woraufhin der Beschuldigte im Juni 2017 das Auto dem Käufer überliess. Weil dieser jedoch mit dem Zustand des Autos unzufrieden war, einigten sich die beiden auf den Preis von 1600 Franken. Damit war die Sache für den Beschuldigten erledigt.

Unfallursache kann nicht zweifelsfrei belegt werden

Falsch gedacht. Denn kurz vor Mitternacht am selben Abend rief der Käufer ihn an und sagte, dass er während der Fahrt auf der Autobahn Richtung Lachen das vordere linke Rad verloren hätte. Dies sei auf den von ihm durchgeführten Radwechsel zurückzuführen, so die Staatsanwaltschaft.

«Niemand kann sagen, was zwischen dem Radwechsel und dem Unfall geschehen ist», machte der Angeklagte deutlich.

Das Wechseln der Räder habe er vorschriftsgemäss durchgeführt. Zudem habe er den Käufer bei der Schlüsselübergabe erneut auf das Geräusch aufmerksam gemacht. «Das Auto war zu diesem Zeitpunkt nicht eingelöst. Das hat der Käufer danach selbst gemacht», verteidigte sich der 45-Jährige. «Ich muss für etwas büssen, das ich kaputt verkauft und auch so deklariert habe.»

Auch der Verteidiger sagte in seinem Plädoyer, dass die Unfallursache nicht zweifelsfrei belegt sei. «Mein Mandant ist zwar kein professioneller Autoverkäufer, aber einen Radwechsel hat er bereits Dutzende Male vorgenommen.» Er sei von jeglichem Vorwurf freizusprechen.

Ob der Angeklagte die Strafe, die aus einer Busse von 600 Franken sowie Verfahrenskosten und Auslagen von insgesamt 1845 Franken besteht, bezahlen muss, wird den Parteien schriftlich mitgeteilt.