AKW Mühleberg ist abgeschaltet – Stilllegung dauert bis 2034

Das AKW Mühleberg ist Geschichte: Die Betreiberin BKW hat das Atomkraftwerk westlich von Bern am Freitag mittag endgültig abgeschaltet. Ein Operateur im Kommandoraum löste die Abschaltung um 12.30 Uhr aus.

Das Werk unterhalb des Wohlensees war mehr als 47 Jahre lang in Betrieb. Die BKW hatte sich 2013 entschlossen, das AKW stillzulegen. Die geforderten Nachrüstungen hätten sich nicht mehr rentiert. In den vergangenen Jahren wurde die Einstellung des Leistungsbetriebs eingehend geplant.

Im Sommer 2018 wurde der Kern für den letzten, 15-monatigen Betriebszyklus mit Brennelementen beladen. Dabei wurde die Brennstoffmenge so berechnet, dass sich die Leistung des AKW seit Mitte November langsam reduzierte.

Am Freitagmorgen begann die BKW ihr Atomkraftwerk Schritt für Schritt herunterzufahren, indem Steuerstäbe zwischen die Brennstoffelemente mit Uran eingeführt wurden. Als am Mittag zwei rote Knöpfe gedruckt wurden, wurde der letzte Steuerstab zwischen die Brennelemente gefahren.

Damit wurde die Kettenreaktion unterbunden und der Reaktor abgeschaltet. Der Vorgang dauerte drei Sekunden.

Das AKW hatte seinen Betrieb am 6. November 1972 aufgenommen. Seither produzierte die Anlage unterhalb des Wohlensees rund 130 Milliarden Kilowattstunden Strom, wie die BKW am Freitag mitteilte. Gesamtschweizerisch trug Mühleberg mit fünf Prozent zur Stromproduktion bei.

Stilllegung und Rückbau beginnt

Nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg gehen die Stilllegungs- und Rückbauarbeiten direkt am 6. Januar los. Im Jahr 2024 soll Mühleberg frei von Kernbrennstoff sein. Daraufhin erfolgt der nukleare Rückbau.

Im Jahr 2031 sollte auf dem Areal keine Radioaktivität mehr vorhanden sein. 2034 soll eine grüne Wiese für die weitere Nutzung bereitstehen. Wie diese Nutzung aussieht, ist offen. BKW-Chefin Suzanne Thoma wünscht sich, dass das Gelände weiterhin als Wirtschaftsstandort der Region dienen wird.