Cologna in Davos als Dritter auf dem Podest

Dario Cologna kann es noch: Beim Heimrennen in Davos läuft er über 15 km Skating erstmals seit März 2018 wieder auf ein Weltcup-Podest.

Die Genugtuung bei Dario Cologna war nach dem überzeugenden Auftritt nicht zu übersehen. Mit einem eindrücklichen Steigerungslauf hatte der 33-jährige Bündner auf der Flüela-Loipe Platz um Platz gut gemacht. In der letzten der drei Runden preschte er mit der besten Abschnittszeit aller Läufer noch vom 7. auf den 3. Platz nach vorne. «Viel besser hätte es nicht gehen können», meinte der vierfache Olympiasieger zufrieden. Tatsächlich ist er selten besser in eine Saison gestartet.

Cologna lief in Davos sein erstes Distanzrennen im diesjährigen Weltcup, nachdem er die Finnland-Tour in Kuusamo schon nach dem Auftaktsprint wegen Problemen mit der Wade abbrechen musste. Einzig 2010 (2. in Gällivare) und 2015 (3. in Kuusamo) war er in der Vergangenheit vor Weihnachten gleich in seinem ersten Distanzrennen aufs Podest gelaufen. «Meist brauche ich etwas länger», stellte er lächelnd fest.

Podest ist Podest

In Davos war nun einzig der überlegene Norweger Simen Hegstad Krüger, der Skiathlon-Olympiasieger von 2018, mit 20 Sekunden Vorsprung auf Cologna ausser Reichweite. Der zweitplatzierte Russe Sergej Ustjugow rettete jedoch nur noch eine Sekunde Differenz auf den Münstertaler ins Ziel. Darüber mochte er sich aber nicht ärgern: «Podest ist Podest.»

Den 2. Platz vergeben hatte er zu Beginn des Rennens. Bei der ersten Zwischenzeit war Cologna, der vor den meisten Favoriten gestartet war, Elfter. «Vielleicht bin ich etwas zu verhalten gestartet», meinte er. Dafür hatte er bis zum Schluss «sehr gute Beine».

Der Unterschied zum Sprint vom Samstag, als er in der Qualifikation klar gescheitert war, und auch zum letzten Winter ist frappant. Der verpatzte Sprint habe ihn überhaupt nicht beschäftigt, versicherte Cologna. Er habe sich da auch nicht viel ausgerechnet. Die vergangene Saison ohne einen einzigen Podestplatz, in der er fast immer gegen Ende der Rennen zurückfiel, hatte ihn deutlich mehr beschäftigt. Als Folge wurden verschiedene kleine Anpassungen im Sommertraining und bei der Ernährung vorgenommen. Im Vorfeld wollte Cologna diese nicht zu hoch gewichten.

Sie scheinen aber bestens zu funktionieren. «Das waren die perfekten Umstellungen im Sommertraining», erklärte er am Sonntagabend, halb im Scherz, aber eben auch zurecht. Die Zuversicht nach dem ersten Podestplatz seit eineinhalb Jahren ist jedenfalls wieder da. «Ich hoffe, dies war nicht der letzte Podestplatz dieser Saison. Das Ziel ist es, auch an der Tour de Ski ums Podest zu kämpfen.»

Diese beginnt am 28. Dezember in Lenzerheide – und da bleibt das Fragezeichen um die Wade. «Im Skating war sie noch nie ein Problem», weiss Cologna. Am Mittwoch will er nun im Training einen ernsthaften Belastungstest im klassischen Stil machen.

Aus Schweizer Sicht ebenfalls erfreulich: Mit Jonas Baumann (22.), Beda Klee (26.) und Roman Furger (28.) klassierten sich gleich drei weitere Swiss-Ski-Läufer in den Punkterängen.