Cervenka belohnt die Lakers für eine top Leistung

Die Rapperswil-Jona Lakers zeigen bei Leader Biel einen ganz starken Auftritt und feiern den zweiten Zu-Null-Sieg in Serie. Den einzigen Treffer der Partie schiesst Roman Cervenka in der 63. Minute.

Rapperswils Topscorer Roman Cervenka erzielt das Tor zum 0-1 gegen Biels Torhueter Jonas Hiller (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

von Silvano Umberg

Genau dafür haben die Lakers den tschechischen Weltmeister von 2010 im Sommer geholt. Um Spiele für sie zu entscheiden. Bereits am Samstag beim 3:0-Heimsieg gegen Ambri-Piotta hatte Roman Cervenka mit je einem Tor und Assists eine wichtige Rolle gespielt. Und gestern in Biel tat er es erst recht – mit seinem Game-Winner in der dritten Minute der Verlängerung. Lanciert von Kevin Clark, mit dem er sich bereits blind zu verstehen scheint, stürmte der 34-jährige Center ins Bieler Drittel, «vernaschte» zunächst Verteidiger Yannik Rathgeb und dann auch Goalie Jonas Hiller, indem er den Puck backhand über der Stockhand des dreifachen Meister- und langjährigen NHL-Goalies versorgte.

Der Grat war jedoch schmal für Cervenka. Er hätte auch zur tragischen Figur werden können. Dann nämlich, wenn die Lakers ohne Punkt aus dieser Partie gegangen wären. Denn der Tscheche war während der regulären Spielzeit zu einem halben Dutzend Topchancen gekommen, aber stets an Hiller gescheitert. Einmal traf er zudem die Latte (51.).

Auch andere SCRJ-Spieler hätten bei einem «Nuller» wohl aber noch der einen oder anderen Chance nachgetrauert. Allen voran Nico Dünner. Der auf diese Saison hin vom SC Langenthal zu den Lakers gestossene Stürmer kam kurz nach Spielmitte am rechten Torpfosten freistehend zum Abschluss. Das Tor war oben komplett offen, da Hiller bereits am Boden lag, doch Dünner lupfte den Puck über den Kasten.

Ein Erfolg des Teams
Oft rächt sich das Auslassen solch hochkarätiger Chancen. Nicht so gestern. Dank Cervenka, der zum Schluss doch noch einen Weg an Hiller vorbei fand. Und, nicht zu vergessen, auch dank Melvin Nyffeler, der seinen zweiten Shutout in Serie feierte, ja mittlerweile sogar seit knapp 133 Minuten ohne Gegentreffer ist. «Dazu gehört immer auch ein bisschen Glück», zeigte sich der 24-Jährige nach Spielschluss bescheiden. Und reichte die Lorbeeren an seine Vorderleute weiter: «Entscheidend ist das Kollektiv. Es ist ein Erfolg des Teams. Wir spielen derzeit sehr gut zusammen, speziell in der Defensive.»

Dies gelte es nun weiterzuziehen. «Die Saison ist noch jung. Das waren nun zwei tolle Siege. Doch es gibt keinen Grund abzuheben. Diese Siege sind durch Kampf zustande gekommen. Das müssen wir uns immer bewusst sein. Dann kommt es gut.

Was die Lakers gestern ebenfalls auszeichnete, war die Disziplin, der Fokus. In den ersten beiden Partien hatte es schwächere Phasen im Spiel der Rosenstädter gegeben. Deshalb forderte Headcoach Jeff Tomlinson von seinen Spielern in Biel 60 gute Minuten. Und die bekam er auch. Die Lakers spielten gegen den Leader defensiv nahe an der Perfektion; selbst Toni Rajala, der die Seeländer in den ersten beiden Runden mit fünf Toren fast im Alleingang zu Siegen geschossen hatte, kam kaum je zum Abschluss.

Der Lohn war der zweite Saisonsieg – im erst dritten Spiel. Zum Vergleich: Vergangene Saison kam der erste Sieg im sechsten und der zweite im zwölften Match.

Biel – Rapperswil-Jona Lakers 0:1 (0:0, 0:0, 0:0, 0:1) n.V.
4977 Zuschauer. SR Fluri/Ssalonen, Kehrli/Progin.
Tor: 63. (62:23) Cervenka (Clark) 0:1.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Biel, 4-mal 2 plus 2-mal 10 Minuten (Gähler, Forrer) gegen die Rapperswil-Jona Lakers.
Biel: Hiller; Moser, Kreis; Rathgeb, Forster; Sataric, Salmela; Fey; Tschantré, Pouliot, Rajala; Schneider, Cunti, Künzle; Ulmer, Neuenschwander, Lüthi; Tanner, Gustafsson, Karaffa; Wüest.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Profico; Hächler, Maier; Egli, Randegger; Gähler, Schmuckli; Kristo, Rowe, Forrer; Clark, Cervenka, Spiller; Mosimann, Schlagenhauf, Casutt; Hüsler, Ness, Dünner.
Bemerkungen: Biel ohne Fuchs, Hügli, Kohler und Brunner, Rapperswil-Jona Lakers ohne Wellman und Schweri (alle verletzt). 51. Lattenschuss Cervenka. Schüsse: 28:26 (9:7, 12:9, 6:9, 1:1).